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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 31

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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3 bildete, sehr weitgehende Machtbefugnisse. Er kohnte Geldbussen, Hausarreste und sonstige Disziplinarstrafen verhängen, ja sogar, wenn das Wohl der Gemeinde dies erheischte, Glaubensgenossen aus dem Hamburger Gebiete verweisen. Alle auf Ehegüterrecht oder Erbrecht bezüglichen Prozesse mussten vor sein Forum gebracht und nach dem Ausspruch der Chachamim entschieden werden. Auch sonstige Streitfragen mussten, um das Prozessieren bei den Landesgerichten zu vermeiden, zunächst dem Mahamad unterbreitet werden, der dann in vielen Fällen die Parteien zwang, ihre Angelegenheit durch Schiedspruch erledigen zu lassen. Um die oft sehr strengen Massregeln des Yorstandes richtig beurteilen zu können, ist cs durchaus notwendig, sich in die damaligen Verhältnisse zurückzuversetzen. Während der human denkende, über religiöse Vorurteile erhabene Senat den Israeliten, deren Nützlichkeit für den Handel Hamburgs er mit weitschauendem Blicke erkannte, seinen Schutz angedeihen liess, wurden jene von einem Teil der Geistlichkeit und der Bürgerschaft nur mit scheelen Augen angesehen, und diesen Widersachern wäre gewiss jeder Vorwand willkommen gewesen, um eine Ausweisung der hiesigen Juden herbeizuführen. Wie wenig sicher sich die Unsrigen damals noch in Hamburg fühlten, erhellt am deutlichsten aus einer Stelle auf Pag. 320 des Gemeindebuches, wo es mit Bezug auf Glückstadt buchstäblich heisst: ״Damit jene Gemeinde stets aufrecht erhalten bleibe, um, falls Umstände eintreten sollten, die Gott verhüten möge, als Zufluchtsstätte dienen zu können“. Es galt daher ein strenges Begiment zu führen; ging man doch so weit, unter Umständen den eigenen Landsleuten die Erlaubnis zur Niederlassung zu versagen. Jedenfalls hatte der Mahamad zu jener Zeit ein sehr verantwortliches, mühevolles Amt und man muss es dankbar anerkennen, dass er in den oft schwierigen Lagen mit so grosser Umsicht und so vielem Geschick zu Werke ging. Worin sich aber, wie fast auf jeder Seite des Protokollbuches leuchtend hervortritt, der Vorstand für alle späteren Generationen vorbildlich zeigte, das war sein treues Festhalten an dem heiligen Glauben unserer Väter, für welchen so viele der Unsrigen in Spanien und Portugal nicht nur Heimat, reichen Erwerb und glänzende Stellungen, sondern

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