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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 432

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 432)
Language
German
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372 zu religiösen und hygienischen Zwecken notwendige Institution keine Mittel aufwenden konnten, und von denen aus die Frauen in den nächst gelegenen grösseren Ort ziehen mussten. Kann man glaubeD, dass für diese wenigen Frauen eine גזרה erlassen wurde, dass man die vielen Frauen, welche in den Städten selbst zur טבילה gingen, unbehelligt liess, und nur die wenigen, welche etwa vom Dorfe in die Stadt zogen, mit Gewaltmassregeln verfolgte? Es ist ja natürlich, dass man in jenen traurigen Zeiten die מצרת טבילה ebenso erschwerte, wie alle anderen מצוות; an der fraglichen Stelle des Makkabäerbuches jedoch kann in den Worten T0tg svQiGxofisvoig iv navxl firjvi iv xatg noksGiv von keinem!*6־^-Verbot die Rede sein. Sie beziehen sich ausschliesslieh auf die allmonatlichen Lehrversammlungen, durch deren Inhibierung man dem verhassten Thorastudium den schwersten Schlag zu geben hoffte. Ich glaube hiermit die geehrten Leser und auch den hochgeschätzten Kollegen und Gelehrten Herrn Dr. Ehrentreu überzeugt zu haben. Es tut mir leid, dass ich mich der von ihm vorgeschlagenen und anfangs bestechenden Erklärung nicht anschliessen kann. Homburg. Dr. H. K 011 e k. Die Plünderung der Judenstadt in Prag am 26. November 1744. Herr Ph. Dr. Eduard Sebesta veröffentlicht seit einiger Zeit in dem in Prag erscheinenden politischen Tagesblatte ״Union“ die Schilderung der Zustände in Prag zur Zeit der Preussenokkupation 1744 nach den Aufzeichnungen des Augenzeugen And. Jakob Vogt. Vogt erwähnt in den bisher erschienenen Teilen seiner Aufzeichnungen gelegentlich auch die Juden, doch geschieht dies nie mit Wohlwollen; die Juden und ihr Ungemach liefern ihm den Stoff zu zahlreichen cynischen Witzen; meist freilich sind die Preussen die Zielscheibe seines scharfen Sarkasmus. Im folgenden sei der von Dr. Sebesta als Feuilleton der Union vom 14. März 1910 veröffentlichte Teil der Vogtschen Aufzeichnungen wiedergegeben, weil er das wichtigste Zeugnis eines nicht judenfreundlieben Augenzeugen für die Zuverlässigkeit der im H. und HI. Bande

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