Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 271)
- Language
- German
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Beiträge zur Kulturgeschichte Babyloniens aus der Zeit der Sassaniden. Von Rabbiner Dr. S. Funk in Boskowitz. I. Einleitung. ״Eine assyrisch-babylonische Reise*, sagt Friedrich Delitzsch in einem seiner bekannten Vorträge1)? »ist in ungewöblichem Masse lehrreich, ganz besonders für Assyriologen. Denn auf Schritt und Tritt, in Gesamteindrücken wie in Einzelbeobachtungen erinnert die Gegenwart an die längst entschwundenen Jahrhunderte, mit denen es die Keilschriftforschung zu tun hat. Die Völker Verhältnisse sind noch genau dieselben, wie in alter Zeit; wie heutzutage, so damals. Das nämliche Neben- und Durcheinander der sesshaften Bewohner und der herdenreichen nomadisierenden Wüstenstämme. Und da das Klima und die sonstigen Lebensbedingungen sich, nicht wesentlich verändert haben, so gestatten z. B. die Wohnverhältnisse2) von heute ziemlich sichere Rückschlüsse auf die Vergangenheit. Und in wieviel Einzelheiten bietet das heutige Euphrat- und Tigrisland Analogien für das Altertum!“ Was Delitzsch von den gegenwärtigen Verhältnissen im Zweiströmeland sagt, das gilt naturgemäss von denen zur Zeit der Sassaniden; ja, von denen in noch weit höherem Masse. Denn die gegenwärtigen Verhältnisse des Landes können schliesslich doch nicht mit jenen glücklichen verglichen werden, die daselbst im Altertum und in der Sassanidenzeit, ja zum Teile in der Kalifenzeit geherrscht haben. Von dem glücklichen Babylonien der Urzeit, ״der Wohnung des Lebens“, wie es die Alten bezeichneten, sind kaum noch Spuren vorhanden. Es ist nicht ף Im Lande des einstigen Paradieses, Stuttgart 1903, S. 25. 2) Wie wenig sich diese seit der talmudischen Zeit geändert haben, solljn einem späteren Kapitel behandelt werden; hier sei nur auf die daselbst S. 41 abgebildeten Arbeiterhütten aus Schilfrohrbündeln hingewiesen, die noch immer Zrefen genannt werden. Name und Bauart genau so wie die צריפי ן in Talm. Erubin 55b Vgl. besonders Baba B. 6a und Raschi zu Sabb. 56b.