Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 250)
- Language
- German
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190 (Referat.) Joseph Palache bat um Ernennung von Personen, welche das Geld eines verwaisten jungen Mädchens, Stieftochter (enteada) des Mosd bar Jeosua, in Obhut nehmen. Beschlossen: Er solle veranlassen, dass das Geld der Betreffenden den Deputierten der Gemeinde übersandt wird, und hierauf werde man für die Verwaltung desselben sorgen. Dem Manoel de Campos werden, auf sein Unterstützungsgesuch hin, B Rt. bewilligt. 22. Hes van. Die Vorsteher der T. T. beklagten sich über Daniel Habilho, welcher sich in der genannten Lehranstalt, in Veranlasung eines seinem Neffen erteilten Verweises, ungebührlich gegen den R. Abräo Meatob betragen hatte. Man liess den R. David Israel und den Meatob rufen und, da die stattgehabte Untersuchung das Verschulden des Habilho ergab, wurde diesem eine scharfe Rüge erteilt und eine Geldstrafe von 2 Rt. auferlegt. Von einer höheren Geldstrafe wurde, mit Rücksicht auf seine vielen Verpflichtungen als Familienvater, abgesehen. Er soll sich jedoch bei den Vorstehern der T. T. entschuldigen und sein Bedauern über den Vorfall ausdrücken. 25. desselben. Auf Antrag von David Milano wurde Jacob Baruch 0 velho (senior) vorgeladen und diesem zugeredet, er solle das dem Milano gegebene Versprechen erfüllen, sich bezüglich des Erb- Anspruches des Izaque Montalto dem Ausspruch von Schiedsrichtern zu unterwerfen. Baruch erwiderte, er halte sich an das von seiner Frau errichtete Testament und würde auch nicht einen Punkt von dem Wortlaut desselben abgehen. Höchstens würde er das Testament dem Vorstand zeigen, damit dieser es, wenn er solches für angebracht hält, den H. H. mitteilt. Schliesslich lassen. Der Chacham Menasche ben Israel lässt sich in seinem ״Thesouro dos dinim“ ungefähr wie folgt vernehmen: ״Ehemals pflegte es als lobenswerter zu gelten, eine Leviratsehe zu scbliessen als Halizä zu geben. In heutiger Zeit aber, wo, wie die Erfahrung lehrt, Reichtum oder Schönheit den alleinigen Beweggrund zu bilden pflegen, wird nur wenigen die Schwagerehe gestattet, besonders bei den deutschen und den italienischen Juden, und so greift man zur Halizä•“ .