Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 189)
- Language
- German
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Beiträge zum Lexicon der Mischna. Von Professor J. Barth. I. קיץ למזבח. Mit diesem Ausdruck bezeichnet die Mischna solche Opfer, die dargebracht werden, um den Altar nicht leer stehen zu lassen, wenn keine Pflichtopfer vorhanden sind. Z. B. ר׳ ישמעאל אומר מותר חפירות לקיץ המזבח (Schekalim IY, 4) ,den Ueberrest der Früchte (die für den Tempel angekauft waren) verwendet man für קיץ המזבח“; — daselbst: מותר התרומה לקיץ המזבח, מותר נסכים לקיץ המזבח u. a. m. (s. Levy Nh. Wb. IY 300, Kohut, Aruch YII 170 b). In der Deutung dieser schwierigen Bezeichnung folgen die genannten neueren Lexicographen Räschi zu n סוכה und R. Gerschom מה״ג (s. Kohut a. a. 0.); danach soll es ,Sommerfrucht“ bedeuten. »Wie Menschen als Nachtisch Feigen essen, so seien diese Altargaben als ein Nachtisch des Altars nach den Pflichtopfern bezeichnet“. . Diese sprachliche Erklärung genügt nicht, weil קיץ auch in der Bedeutung ,Nachtisch“ in der Mischna nicht vorkommt. Es bedeutet wohl ,Sommerfrucht“, wie bei Amos 8, 1, 2 u. ö., z. B- Tosefta NedarimlY Anfg.הנודר מן הקיץ אין אסור אלא מן התאנים בלבד usw.» aber nicht Nachkost nach der Mahlzeit. Wenn es nun schon in dieser wörtlichen Anwendung nicht gebraucht wird, so lässt sich noch weniger eine so figürliche Uebertragung, wie die oben gegenannte, aus ihr herleiten. Deshalb möchte ich vorschlagen, dieses קיץ als die mischnische Form für das allgemein-aramäische (רןןם(א ,Holz“ zu erklären] dessen Gebrauch in den Targümim, im Talmud und im Syrischen sehr gewöhnlich ist. Lautlich bereitet eine solche Nebenform kein Be- 9 Jahrbuch J. L. G. VII.