Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 370)
- Language
- German
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Zur Biographie des Ghacham Jsaak Bernays. Yon Klausrabbiner E. Duckesz in Altona. Wie wenig auch das von verschiedenen ‘Biographen gezeichnete Bild Bernays’ einen genügenden Cberblick über sein wahres Wesen, sein Wirken und Lehen gibt, so stimmen doch alle darin überein, ♦lass er eine seltene, hervorragende Erscheinung war, ein Mann, der mit seinem scharten (•eiste, mit seinem mächtigen, durchdringenden Blick seine Zeit und ihre Anforderungen erkannte, der auch die glänzenden Fähigkeiten besass, ein Geschlecht zur reinen Gotteserkenntnis und zur wahren Beligionsphilosophie zu erziehen, der vielleicht weniger für die Kanzel als für den Lehrstuhl geschaffen war. Die nachfolgende Darstellung will sich keineswegs anmassen, eine erschöpfende Schilderung seiner Persönlichkeit zu geben, sondern will nur in Ergänzung älterer Arbeiten auch ihrerseits einen bescheidenen Beitrag zur Charakteristik dieses ausgezeichneten Mannes liefern. Bernays, geboren 1791 in Mainz, wurde von B. Jsaak Metz, einem gründlichen Talmudkenner und bedeutenden Grammatiker, in den Talmud eingeführt1). Schon als Knabe erregte Bernays die Bewunderung seiner Lehrer; mit sieben Jahren kannte er den umfangreichen Traktat Baba Kanima auswendig. Babbi Noach Chajim Zwi Berlin, Babbiner in Mainz und später in Altona- Hamburg, war von dem Gedächtnis und der Auffassungsgabe des jungen Bernays so begeistert, dass er ihm den damals seltenen Titel eines ״Chower“ verlieh2). Nachdem Bernays sich unter B. Herz 1j Als Bernays später nach Hamburg berufen wurde, liess er R. Isaak Metz nach Hamburg kommen, wo er Lehrer der Talmud-Tora-Schule und Dajan der Gemeinde wurde. 2) Mitteilung des verstorbenen Dr. S. P. Nathan.