Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 330)
- Language
- German
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258 wegen seiner Bautätigkeit für Tempel und Stadt unter der Regierung dieses Königs ilnn kein Ruhmeskranz kann geflochten worden sein. Für die damalige Zeitgeschichte ist der viel zu wenig beachtete Passus Josephus Ant. XII, 4, 10 von der grössten Wichtigkeit. Wir lassen denselben nach der Uebersetzung von Clementz hier wörtlich folgen. Josephus erzählt von dem Kampf, den Hyrkan, Sohn des Steuerpächters Joseph, mit seinen Brüdern zu bestehen hatte, von der Flucht über den Jordan, von seinem Aufenthalt und seinen Erfolgen im Lande jenseits des Jordan und fahrt dann fort: ״Damals herrschte in Asien Seleukus, mit dem Beinamen Philopator, ein Sohn Antiochus’ des Grossen. Um dieselbe Zeit starb (TeXsvTä Se xai) des Hyrkanus Vater Joseph, der durch seine Tüchtigkeit und seine glänzenden Geistesgaben das Volk der Jüden aus Armut und Unansehnlichkeit zu glücklicheren Verhältnissen erhoben und zweiundzwanzig Jahre lang die Einziehung der Steuern in Syrien, Phönizien und Samaria besorgt hatte. Auch sein Oheim Onias schied bald danach aus dem Leben. (dnäd'avs xai 6 ÜsTog avzov 3OvCag) und hinterliess das Hohepriesteramt seinem Sohne Simon. Nach dessen Tod wurde Hohepriester sein Sohn Onias, an den Areios, der König der Lakedämonier. Gesandte mit einem Schreiben folgenden Inhalts schickte: (folgt das Schreiben).״ Wir entnehmen diesem Paragraphen des Josephus zwei für uns sehr wichtige Daten. Seleukus Philopator war schon König, als der Steuerpächter Joseph und sein Oheim, der Hohepriester Onias, starb. Der Tod des Steuerpächters Joseph ist also nach der Regierungszeit Antiochus’ d. Grossen, die bis 187 v. d. gw. Z. reicht, zu setzen und ebenso das Ende des Onias, des Vaters des Hohepriesters Simon II. Onias überlebte jedoch seinen Neffen Joseph1 *). 1) Sobald es uns feststeht, dass Joseph, der Sohn des Tobias, frühestens im Jahre 187 gestorben ist, muss die Ansicht Grätz’, dass Joseph 22 Jahre nach Antritt seiner Steuerpacht gestorben sei, und alles, was er daraus folgert, als gänzlich unhaltbar angesehen werden. Josephus sagt an zwei Stellen, dass die Steuerpacht für Syrien, Phönicien, (Judäa) und Samaria dem Joseph 22 Jahre lang blieb. Ant. XII, 4, 6 heisst es darüber: ״Dieses Glück