Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 275)
- Language
- German
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203 Er hinterliess 6 Söhne und 2 Töchter. Der älteste Sohn entstammte der ersten Ehe, 3 Söhne hatte ihm die zweite Gattin, Hanna Gumpert, geschenkt, während die beiden jüngsten Söhne aus der dritten Ehe hervorgingen; der zweiten Ehe waren auch die beiden Töchter entsprossen1 2). Die Vormundschaft für die beiden jüngsten Söhne namens Herz und Abraham wurden seiteus des Breslauer Rats ihrer Mutter übertragen '*); für die noch unmündigen 4 Kinder aus zweiter Ehe setzte derselbe angesehene Mitglieder der jüdischen Gemeinde zu Vormündern ein, von denen Lipmann Wolff Freund3), Jesaias Levi Berliner4 *) und der Landrabbiner Joseph Jonas Frankelö) genannt sein mögen. Das hinterlassene Vermögen kann nicht unbedeutend gewesen sein, da einer seiner Töchter allein — es war dies die weiter unten genannte Fradel — der testamentarischen Bestiinmung des Vaters gemäss, die Summe von 2500 Flor, rhein. zufiel6) und die Annahme, dass zu ihren Gunsten die übrigen Kinder aber als verstorben bezeichnet wird (das. Jahr 1754, Bl. 13 und 233). Ein weiteres Zeugnis für seinen im J. 1754 eingetretenen Tod liegt in einer amtliehen Verfügung v. 29. April des genannten Jahres vor, in welcher Gumpertz als verstorben bezeichnet wird (Br. Staatsarchiv: MR XV 5, vol. 11, Bl. 7—8). Hiernach ist daher K -F, S.232 zu berichtigen. Uebrigens wird bereits in diesem Reskripte Frankel, der Nachfolger unseres R. Baruch Wesel, a 1 s der neue Landrabbiner bezeichnet und kam nur noch in Frage, ob er eine besondere Bestallung erhalten solle. Da nun 1754 als das Todesahr Gumpertz’ feststeht, so kann mit der 1755 veranstalteten Edition seiner Rechtsgutachten keine Ueberraschung des Verfassers, wie Freudenthal S. 231 meint, beabsichtigt gewesen sein. *) Daselbst: Mag.-Akt. 16, 5., vol. I, Bl. 136b, in Verbindung mit das. vol. II, Bl. 24 und 80a, Signaturbuch v. J. 1754, Bl. 326-327, das. v. J. 1767, Bl. 12b, vgl. auch oben S. 186 und 189. 2) Das. v. j. 1754, Bl. 326—27; v. J. 1755 Bl. 175—176 und 263. ל Das. v. J. 1754, Bl. 327, v. ). 1755, Bl. 262-263. 4) Das. Bl. 268. Wenn hier von Kindern erster Ehe gesprochen wird, so beruht dies höchst wahrscheinlich auf einem Schreibfehler; dass aus dieser Ehe nur ein Sohn vorhanden war, geht auch aus dem Verzeichnisse v. 1725 (Br. Staatsarchiv: St. Br. 11 69w, Bl. 3) hervor. Unter Jes. L. Ber״ liner ist der berühmte Talmudgelehrte gleichen Namens, bekannter unter dem Namen Jesaias Pick, und spätere Breslauer Rabbiner zu verstehen. Lipmann Wolff Freund war beispielsweise 1764 einer der Vorsteher der jüd. Gemeinde zu Breslau (das.: Mag.-Akt. 16.16, BL 95). ל Das.: Signaturbuch v. J. 1758, Bl. 154. ל Daselbst J. 1755, BL 262.