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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 262

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 262)
Language
German
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190 Münzen daselbst nicht gestattet werden könne1). Letzterer wandte sich nunmehr 1723 beschwerdeführend an den Kaiser2), worauf an das Oberamt die Verfügung erging, Vorkehrungen zu treffen, dass Gumpertz in seinen Pagaments-Lieferungen nicht gehindert werde 3). Aber selbst der neue Wohnsitz, den dieser in einer Vorstadt Breslaus notgedrungen hatte nehmen müssen, schien bereits nach einigen Jahren in Frage gestellt. Der Prälat zu St. Mathias nämlich erliess am 28. Februar 1727, ohne Zweifel auf Anordnung des Königl. Oberamtes 4), den Befehl an die bisher unter seinem Schutze lebenden Juden, noch im Laufe desselben Jahres das Stiftsgebiet zu räumen5 6). Doch kam es nicht zur Ausführung dieser harten Massregel; denn wir linden nach wie vor israelitische Glaubensgenossen und so auch unsern Gumpertz dort wohnen0). Ob die von ihnen und der unter der Jurisdiktion von St. Vincent lebenden Judenschaft, welche von demselben Schicksal bedroht war, an den Kaiser gebrachte Bittschrift7) diese Wirkung hatte, oder ob die Rücksicht auf einige Klassen der dortigen Christliehen Einwohner, denen die Juden von Vorteil waren und die sich deshalb für sie verwandten, den Ausschlag gab, muss dahingestellt bleihen. Uebrigens war der Meister zu St. Mat. den unter seiner Jurisdiktion lebenden Juden keineswegs abgeneigt. In einem l) Lib ad Reg. et Princ., (ahr 1722, Bl. 126bff. *) Börsenarch. Nr. 100, Bl. 78—79. 8) Das Bl. 77. 4) Dieses war in seinen Berichten an den Kaiser v. 9. Dez. 1726 für eine erhebliche Verminderung der schlesischen Juden u. 21. Febr. 1727 für die gänzliche Entfernung der Breslauer vorstädtischen Juden eingetreten. (Das. Rescript. Caesar. III, BI. 48, vgl auch Br. Staatsarch.: Stadt Brest II 69 w, Bl. 57 ff. u. A. A. III, 16 i, S. 657, wo aber das Datum mit dem zuletzt genannten bezüglich des Tages nicht übereinstimmt). 5) Br. Stadtarch.: Börsenarch. Nr. 109, Bl. 95ff. In der Ueberschrift ist hier zwar das J 1729 angegeben, sicherlich ein Schreibfehler, da im Text selbst sich das richtige Jahr 1727 findet (Bl. 97) und dasselbe auch durch eine andere Quelle sichergestellt ist (vgl. das. Nr. 103, Bl. 88). 6) In dem Verzeichnisse der auf St. Mathias wohnenden Juden aus den lahren 1727, 1728 und 1733 findet sich denn auch unser Gumpertz aufgeführt (das. Nr. 109, Bl. 123b u 124b. Br. Staatsarch.: Stadt Br. II69 w, Bl. 3.42-45). 7) Br. Stadtarch.; Börsenarch. Nr. 109 Bl. 95ff.

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