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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 216

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 216)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486275--1808-3488171
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sechzehnten Jahrhundert ist dieser Ruhmestitel in all seinen Teilen den Juden Polens zuzusprechen. So erstaunlich auch der weite Umfang der kolonisatorischen Tätigkeit dieser Deutschen ist, bewunderungswürdiger ist ihre Ausdauer inmitten der slavischen Hochflut, ihr zähes Festhalten an deutscher Art und Sitte, ihre treue Bekennerschaft zur angestammten Sprache und das Gefühl für ihre Zusammengehörigkeit mit dem deutschen Mutterlande. Das Deutschtum dieser polnischen Juden hat sich unvermindert und ungeschwächt bis zur Schwelle der Gegenwart erhalten. Damit es nicht auch hierfür an Belegen fehle, sei nur an folgendes erinnert. Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts sagte R. Abraham Danzig in W i 1 n a r): ״Die deutschen (Juden) und die in den Landschaften Polens, welche ebenfalls zu den Deutschen gerechnet werden“. So konnte es geschehen, dass 1811 niemand selbst in der geistig überaus regsamen Lissaer Gemeinde des polnischen in der Sprache oder Schrift mächtig war * 2), dass ein Protokoll der Gemeinde Kempen vom Jahre 1781 ein überraschend gutes Deutsch bietet, dass 1727 im K r 01 0 s c 11 i n e r Judenviertel ein Lehrer der deutschen Sprache wirkte, dass 1804 in Inowrazlaw in einem Ehevertrage ״nach den Gebräuchen der Synagogen zu Speyer, Worms und Mainz abgemacht“ wurde, und dass noch in der Jetztzeit wie einst in den grösseren Gemeinden des mittelalterlichen Deutschlands ״in den östlichen Ländern der Brauch ist, die Hochzeiten gewöhnlich am Freitag Abend“ zu feiern. Die russische Volkszählung des Jahres 1897 ergab folgendes. Von 5 217 805 Juden sprachen 5 063 156 das sogenannte jüdisch-deutsche als Umgangssprache. ״Die sprachliche Assimilation hat im grossen und ganzen nur einen ganz geringen Bruchteil der Juden Russlands beiührt“3). .1 ,127 § ה» אדם ף 2) Gesch. der Jud. in Lissa S. 305. Das 1807 zu herzogl. Warschauer Zeit eingeführte Synagogengebet für Napoleon und das wiederhergestellte Polen ist ein fremdes Produkt, ins Hebräische übersetzt und auf höhern Befehl eingeführt gewesen (Mein ״Aus der Vergangenheit der jüd. Gemeinde zu Pinne“ S. 10, 28). 3) ענדע געזעטצטען דאטא איזט פאן א1נס ענדעס אונטערשריבענע הויפטהעררן אוגד פארשטעהער דער געמיינדע-רעפיעזעגטאנטען אן דער שפיטצע הערר אבער ראבינער u. s. w. im ältesten Proto•־

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