Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 174)
- Language
- German
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102 folgang־, und einer der dortigen Juden namens Abraham wurde lebendig verbrannt1). Diese schlesischen Flüchtlinge und ihre Nachkommen gelangten bald zu ungeahntem Ruhme. Bereits 1568 wirkte in der hochange־ sehenen Gemeinde B r z e s c in Lithauen als Rabbiner R. Mose Lipschitz, dem in seinem Werke זכרון משה (Lublin 1611) ein bleibendes Denkmal gesetzt worden ist. Sein Nachfolger auf dem berühmten Rabbinatssitze R. Benusch Lipschitz, ein Schwiegersohn Saul Wahls, war vielleicht sein Sohn. 1569 wird in Brzesc in Kujawien und Da n z i g R. Mose b. Jsaak Lipschitz genannt. Mose Lipschitz b. Noah Isaak Jossinus aus Posen ist Verfasser des להם משנה, Krakau 1597. R. Jossinus war ein Schwager des R. Salomo Loria (מהרש־׳ל), Sohn des R. Elia Lipschitz, welch letzterer Schwiegersohn Abraham Meiseis war. 1598 wird Isaak Lipszic in Posen erwähnt. Mordechai b. Elia Lipschitz war 1609 Mitglied des P 0 s e n e r Rabbinats und Chajim b. Isaak Lipschitz dort 1617/18 Kantor und Kommentator der Klagelieder zum neunten Ab (Lublin 1617). Jehuda b. Salomon Cohen Lipschitz war Gesellschafter am dritten Talmuddruck Lublin 1626. R. Nachman Lipschitz Cohen Rapaport war im siebzehnten Jahrhundert Rabbiner in D u b n 0. Gedalja b. Salomon Lipschitz liess sich 1617 auf der Lublin er Messe seinen bekannten Ikkarim- Kommentar עץ שתול (Venedig 1618) approbieren, bezeichnet Polen als seine Heimat und ist wohl identisch mit Gedalja Lipschitz, der in 0 s t r 0 h vierzig Jahre Rabbiner war und als Sohn des R. Sahnan דאווארד gekennzeichnet wird. Ueber ihn siehe oben unter dem Schlagworte ,,Italien“. In Gedalja haben wir den Ahnherrn der bekannten noch in der Gegenwart blühenden Rabbinerfamilie Lipschitz zu sehen. Sein Urenkel R. Elieser b. Salomon Lipschitz war Rabbiner in Ostrowez und 1744 in Neuwied, wo 1749 seine Responsen דמשק אליעזר ושיח השדה erschienen. Dessen Sohn R. Israel war 1752 Rabbiner in Diez, Runkel und Hadamar, sodann in Kleve, wo er den zur Berühmtheit gelangten Scheidebrief erteilte. Dessen Sohn R. Gedalja *) Brann, Gesch. der Juden in Schlesien $. 26, 85, Anh. S. LXV1I (vgl. S. 2 Anm. 1), Worbs, schles. Provinzialblätter a. a. 0. S 418. Vgl. Monats- Schrift 1907 S. 99.