Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 91)
- Language
- German
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19 nach Amsterdam gekommen. Seine wichtigste Aufgabe erblickte er in der Verbreitung des Kabbalastudiums, wodurch er dann auch auf das Geistesleben des folgenden Jahrhunderts einen gewaltigen Einfluss ausgeiibt hat. Zweites Kapitel. Die Entwickelung der portugiesischen Gemeinde bis zum Jahre 1639. Die gastliche Aufnahme der portugiesischen Juden in Amsterdam lockte zahlreiche Gleichgesinnte zur Einwanderung und veranlasste dadurch die Machthaber der pyrenäiscben Halb• insei, um ihr Gebiet vor Verödung zu schlitzen, dem Auswanderungsstrom einen Riegel vorzuschieben. Mit voller Strenge arbeitete das Inquisitionstribunal, das die Regierung bei ihren Bestrebungen aufs energischste unterstützte. Die Kerker füllten sich mit ״leicht“ und ״dringend“ Verdächtigen, die wegen ihres Reichtums im Lande verbleiben sollten. Durch rücksichtsloses Vorgehen wollte man sie von ihrem Vorhaben abbringen und sie an der Ausführung ihrer Pläne hindern. Obwohl ein Entkommen unter derartigen Verhältnissen mit grossen Gefahren verbunden war, kehrten sie trotzdem in kleinen Gruppen ihrem Vaterlande den Rücken, um nach einem Lande zu wandern, wo sie ungestraft dem Glauben ihrer Väter leben durften. Zum grossen Teil waren die Emigranten der Inquisition bereits verfallen, aber der Untersuchungshaft glücklich entkommen, und eine Rettung schien nur durch Verlassen des heimatlichen Bodens möglich, was um so leichter geschehen konnte, als ihre Glaubensgenossen für ihre Ansiedelung in Amsterdam genügende Vorkehrungen getroffen hatten und ihnen bei der Bewerkstelligung der Flucht zu Hilfe eilten. Im April des Jahres 1598 entkamen abermals einige Neu- Christen nach Holland, unter denen sich die Familie Franco