Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 89)
- Language
- German
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17 ג—יד—»t . ..~_זיד--י»״י isclie Mächte den glänzenden Aufschwung des jungen Freistaates; mit Argwohn verfolgten sie die Erweiterung seines Herrschafts־ gebietes, namentlich aber die überseeischen Eroberungen, denen sie keine Schranken entgegenzusetzen vermochten. Auch der französische König Heinrich IV. begleitete mit Misstrauen die wachsende Macht der Niederländer und äusserte sich abfällig über die Aufnahme der Juden, denn eine solche Tat sei ״als Christen unanständig“. Der holländische Gesandte van Bennigen erwiderte jedoch darauf: ״Weil Gott die Juden nicht vertilgte, wie er wohl ״könnte, so wäre solches eine Anzeige, dass Er dieselben auf ״der Welt geduldet wissen wollte: da sie nun also an einem ״Orte sein müssten, könnte es nicht gottlos sein, dass man sie ״zu Amsterdam wohnen liesse“!). Aber nicht nur das Gefühl der Menschlichkeit hatte die Regierung zur Aufnahme der Juden veranlasst, die Geldfrage spielte bei dieser Gelegenheit keine unbedeutende Bolle. Die Gründung vieler Handelsgesellschaften war erst durch die Beteiligung der jüdischen Kapitalisten ermög« licht worden, die eine lange Erfahrung besassen und ihre Kennt« nisse in den Dienst des neuen Vaterlandes stellten. In erster Reihe sorgten sie für die geistige Hebung ihrer eigenen Bruder. Durch die langen Verfolgungen war jeder Standesunterschied, der ihncii in der alten Heimat zum Verderben gereichte, ge« schwunden. Das gemeinsame Unglück brachte die Armen und Reichen einander näher, und das Gefühl ihrer Zusammengehörigkeit erleichterte ihnen den Aufbau des Gemeinwesens. Da sie wegen des Glaubenszwanges ihre Heimat verlassen hatten, so erblickten sie in der Pflege des Gottesdienstes ihre vornehmste Pflicht. Dieser Verpflichtung konnten sie jetzt umso eher nachkommen, da im Jahre 1597 der Bau ihrer Synagoge bereits vollendet wurde. Unter dem Jubel und der Begeisterung der kleinen Gemeinde konnte sie am Neujahrstage mit grosser Feierlichkeit eingeweiht und in Gebrauch genommen werden; nach ihrem Stifter Jacob Tirado erhielt sie den Namen ״Beth Jacob“ (Haus Jacobs)* 2)• Der Gemeinde fehlte aber noch ein geistliches Haupt; sie wählte deshalb den Joseph Pardo aus Saloniki zu ihrem Rabbiner oder נ) Benthcm, Holland. Kirch׳־ und Schul-Staat S. 624. 2) Franco Mendes, Handschrift und Gedicht, De Castro, De Synagoge Jajirbucli J. ]־ G. V,