Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 393)
- Language
- German
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270 nähme eines einzigen Briefes von Zunz (No. 9), der deutsch geschrieben ist, zum Adruck bringen. Zunz mit seiner zierlichen Handschrift bietet in der von ihm angewandten Orthographie, die unverändert beibehalten ist, viel lehrreiches. Aber auch Michaels Schreibweise ist ohne Correktur wiedergegeben worden, obgleich sie gar sehr oft in gramatikalischer und orthographischer Beziehung fehlerhaft erscheint. Ich durfte da nicht erst; anfangen, irgendwie zu berichtigen. Michael war kein gewandter Sti-!ist und man muss darüber hinwegsehen; seine literarischen Mitteilungen haben Zunz’ Arbeiten bedeutend gefördert, wie Zunz selbst im ersten Briefe und an verschiedenen Stellen der anderen Briefe mit Dank anerkennt. Was aus diesen Briefen für eine Zunz-Biographie, welche wir noch entbehren, zu gewinnen sein wird, will ich nicht einmal andeutungsweise hervorheben, ebensowenig auch den Gewinn für die literargeschichtlichen Einzelheiten, wie sie hier in Hülle und Fülle sich darbieten. Ich hoffe, diese Briefe werden nicht nur gelesen, sondern auch studiert und nach mehrfacher Bichtung hin verwertet werden. Daher habe ich es unterlassen, durch Hinweisungen auf die anderen Arbeiten von Zunz und Michael, wie durch Indices, durch die man heutzutage die bedeutendsteil Werke zu Nachschlagebüchern degradiert, den Leser vom Studium des Ganzen abzulenken. Nur eine geringe Anzahl von Noten habe ich, so zu sagen unter der Hand, folgen lassen. Ich bescheide mich gern mit dem Gedanken, den literarisehen und freundschaftlichen Briefwechsel zwischen Zunz und Michael aus dem Dunkel des Archivs’ an das Licht der Betrachtung gezogen zu haben. Anmerkungen. 1• Brief. Hierzu vgl. man, was Maybaum in seiner Schrift: Aus dem Leben von Leopold Zunz (1894) S. 16 nach dem Tagebuche des letzteren mitteilt. Hiernach reiste Zunz am 23. Juli 1832, zwei Tage, nachdem ״Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden״ erschienen waren, nach Wolfenbüttel, Cassel, Bielefeld, Hannover und Hamburg, wahrscheinlich um die Freunde für sich zu interessieren (da er zur Zeit tvollständig subsistenzlos war).