Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 300)
- Language
- German
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237 27 Jahre lang Rabbiner in Worms (1783 —1810) und wurde von da zum Grossrabbiner des Konsistoriums in Mainz (Consistoire du döpartement du Mont-Tonnöre [Donnersberg]) ernannt. Er war ums Jahr 1752 in Pfersee geboren und verbrachte dort seine Jugendzeit. Dort genoss er auch den Unterricht seines Vaters in den jüdischen Disziplinen, während er in dem nahen Augsburg seine Ausbildung in den modernen Wissenschäften erhielt. Nur wenige Jahre verbrachte er auf dem Rabbinatsstuhle in Mainz. Nach langem und schwerem Kranken» lager starb er dort am 18. Tischri (12. Oktober) 1813 im 61. Lebensjahre 1). Seine Frau Pesla, Tochter des R. Elchanan Abraham aus Wassertrtidingen, starb 1786 in Worms (Memorbuch S. 52); sein Sohn Benedikt Levi starb 1899 im Alter von 93 Jahren als emeritierter Landesrabbiner von Giessen. Nach dem Ableben des R. Samuel Levi übernahm 23. R. Herz Scheuer im Jahre 1814 zum zweitenmal dasRabbinat und bekleidete dasselbe noch acht Jahre2), bis er am 25. Tischri (10. Oktober) 1822 seine fromme Seele aushauchte. Grosse Trauer verursachte sein Hinscheiden in allen jenen Gemeinden, in welche die Kunde von dem Ableben des grossen Lehrmeisters gelangte, und allerorts wurden Trauerreden um ihn gehalten. Die von R. Wolf Hamburg in Fürth gehaltene Trauerrede ist unter dem Titel אלון בבות in Druck erschienen (Fürth 1823). Perl, die Frau des R. Herz Scheuer, war eine Tochter des durch Frömmigkeit und grossen Reichtum hervorragenden R. Samuel Lucka in Prag, der dem Familienkreise des hohen R. Löb angehörte. Nachdem ihr in der Ehe mit R. Herz mehr als ג) Vgl. näheres bei Salfeld 1. c. S. 77; einen Trauervortrag auf sein Hinscheiden hielt R. Hirsch Hurwitz in Frankfurt a M., worin die grossen Thorakenntnisse, die Frömmigkeit und die Menschenliebe des Heimgegangenen rühmend hervorgehoben werden; vgl. .לחמי ת־-יר p. 133b. 2) Mein sei. Vater, R. Koppel Lö venstein יזצ"ל hatte das Glück, in den Jahren 1816—1820 zu den Füssen des R. Herz Scheuer zu sitzen, und ich erinnere mich noch sehr wohl, häufig aus seinem Munde Äusserungen gehört zu haben, die lebhaft bezeugten, mit welcher treuen Liebe und Verehrung das Andenken des Lehrers in dem Herzen des Schülers fortlebte.