Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 291)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3486266-3486271--1036-3487397- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
228 17. Isachar Bär (Bernhard) Wiener (17301732 ־־), Sohn des Gabriel Wiener von Prag, war ein bevorzugter Schüler des R. Abraham Brod, der als Schulrektor die Jeschiba in Prag leitete und diesen seinen Lieblingsschüler zum Schwiegersohn erkor. R. Bär Wiener folgte seinem Schwiegervater 1709 bei dessen Berufung nach Metz und wurde von da als Rabbiner nach Westhofen (i. Eisass) und 1730 nach Mainz berufen. Seine Wirksamkeit in Mainz war jedoch nur von kurzer Dauer. Nach 2V2 Jahren starb er am 4. Tebet (22. Dezember) 1732. Als Rabbiner in Westhofen geriet er 1722 in einen Kompetenzkonflikt mit dem Rabbiner Elias Schwab in Metz1). Mit seinem Verwandten, dem R. Jakob Kohn Popers, der sich über R. Bär Wiener in sehr schmeichelhaften Worten ausspricht, hatte er einen interessanten Briefwechsel in einer Scheidungsangelegenheit (vgl. שרת שב יעקב II Nr. 14 und 15). Ebenso stand er mit seinem Verwandten R. Jakob Reischer in Briefwechsel (vgl. שדת שבות יעקב II Nr. 185). 18. Mosche Brandeis (1733—1767) war 34 Jahre hindurch Oberrabbiner von Stadt und Landschaft Mainz. Er war der Sohn des R. Jakob Brandeis, der als Nachkomme des berühmten hohen R. Löb (Löwe b. Bezalel) von Prag sich grossen Ansehens erfreute und die Rabbinerstelle in S 0 r i k bekleidete. Mosche Brandeis genoss den Unterricht des R. Abraham Brod in Prag und wurde von diesem nach Fürth empfohlen, wo er von dem Klausgründer Gabriel Levi2) zum Klausrektor ernannt wurde und so sehr dessen Gunst fand, dass dieser bescheinigt, von seinem Verwandten, R. Löb Wertheim, ein Darlehen von 100 Rtlr. erhalten zu haben. Der Brief ist im Oktober 1763 geschrieben und spricht von dem Nachlass des R. Seckel Ethausen. Die in Abschrift beigelegte Schuldurkunde wurde von diesem i. J. 1732 in Matters״dorf ausgestellt (חבק״ק מטרסדורף ומצ״פ בק״ק פפערשי); sollte Ethausen demnach auch in Mattersdorf als Rabbiner gewirkt haben? t) Vgl. Weiss, Geschichte und rechtliche Stellung der Juden im Fürstbistum Strassburg, S. 52. *) Gabriel Levi starb 1710 in Bamberg und wurde in Fürth beerdigt; vgl. Kaufmann-Gedenkbuch p. 415, wo das Sterbedatum unrichtig, p. 401 n. 3 jedoch richtig angegeben ist. Näheres über Gabriel Levi wird meine Geschichte der Juden in Fürth bringen, die ich z. Zt. bearbeite.