Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 202)
- Language
- German
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189 Sohn R. Jehuda Nessia I zu seinem Nachfolger ernannt; noch einmal vereinigte er die ganze Blüte der Thorawissenschaft um sich, noch einmal strahlte unter seiner Leitung die Hochschnle in dem Glanze, indem sie seit Hillel viele Jahrhunderte hindurch unter seinen Vorfahren gestanden; als er aber im Jahre 3990=230 starb, war zur Zeit kein Glied des davidischen Königshauses im stände, der Vorsitzende der Hochschule zu werden. Das Patriarchat wurde von der Präsidentschaft der Hochschule getrennt und statt der einen offiziellen Metibta entstanden in Palästina drei und in Babylonien zwei Hochschulen. In Palästina erhoben sie sich unter der Leitung der berühmten Schüler Rabbis, die durch ihre Arbeiten in den ברייתות המפרשות, den die Mischna erklärenden Baraitath, so viel zum Verständnisse der Mischna beitrugen. Es waren dies die Lehrer R. Hoschia Rabba, der in קיסרין (Caesarea) sein Lehrhaus aufschlug, R. Chanina b. Ohama, der in צפורי (Sepphoris) lehrte, und R. Jannai, der in Achberi seine Lehrstätte besass. Zugleich entstanden in Babylonien die beiden berühmten Metibtas von Nehardea, wo Samuel fungierte, und Sura, wo Rab die Leitung inne hatte, und zwar so lange R. Jehuda Nessia lebte, als Resch Sidra und nachher als Resch Metibta (siehe D. H. II S. 404). Eine Metibta koleles jedoch gab es in jenem Geschlechte in Israel nicht. Die Einheit derselben wurde durch die נחותי (Sendboten) hergestellt, über deren Wesen wir noch sprechen werden. Erst als die genannten palästinensischen Schulhäupter gestorben waren und R. Jochanan, das Haupt des zweiten amoräischen Geschlechtes, eine Hochschule in Liberias errichtete, inzwischen auch Rab und Samuel das Zeitliche segneten, hatte R. Jochanan ein solches Ansehen in ganz Israel erworben, dass unter seiner und des ihm zur Seite stehenden Resch Lakisch Leitung wieder eine Metibta koleles erblühte und zu ihr allein die Schüler und Gelehrten Israels in den festgesetzten Zeiten hinströmten. ״R. Jochanan vereinte“, wie Halevy sich (II, 298) ausdrückt, ״zwei Zeitperioden miteinander, er hörte noch R. Simon ben Elasar, begann noch in der Schule Rabbis zu Lebzeiten Rabbis seine Lerntätigkeit, war im Geschlechte der letzten Tannaim, welche Rabbi lange überlebten, schon in voller Mannestätigkeit, empfing von ihnen Ueberlieferungen, tra- Jierte in ihrem Namen im Talmud und war endlich eigentlicher