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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 298

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 298)
Language
German
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VSaesSSSm&i 294 Kameot Entscheidungen treffen zu können. Er führt auch bittere Beschwerden darüber, dass dieser Brief nicht nur an ihn, sondern auch an den Vorstand seiner Gemeinde gesendet worden sei. Die Prager Vorsteher nahmen sofort die Unterzeichner des Briefes in Verhör, und zwar begannen sie mit den 10 Unbedeutendsten von ihnen. Sie warfen ihnen vor, wie sie, die nicht einmal den ״Morenu“־Titel zu führen berechtigt wären, sich erdreisten könnten, in so subtilen Fragen mitsprechen zu wollen. Fünf von ihnen wurden gleich ins Gefängnis gebracht, wo sie das Weitere abwarten sollten. Die drei Unterzeichneten Rabbinatsbeisitzer sollten nach drei Monaten (auf drei Monate?) von ihrem Amte suspendiert werden, weil sie, die doch selbst mit der Wahl R. Lobs zum Oberrabbiner einverstanden gewesen wären, sich nun zu einer solchen Intrigue gegen ihn hergaben. Den übrigen Unterzeichneten wurden nur Vorstellungen darüber gemacht, wie ungehörig es sei, an eine ganze Gemeinde einen solchen Brief, der ganz und gar nichts Tatsächliches, sondern nur Verletzendes enthalte, zu schreiben und wie es ihnen überhaupt nicht zukomme, sich in die Streitigkeiten der grossen Gelehrten hineinzumengen 1)- R. Salman Koref, den es verdross, dass die Unterzeichner seines Briefes von den Gemeindevor- Stehern teils schon bestraft worden waren, teils noch bestraft werden sollten, führte bei der Repräsentation Beschwerde, in der er ausführte, er habe den Brief nur nach Amsterdam geschickt um Frieden zu stiften; er legte auch eine Uebersetzung des Briefes bei. Die Repräsentation forderte darauf den Gemeindevorstand auf, sich zu rechtfertigen, eine Abschrift wie auch eine Uebersetzung des Briefes einzusenden und die Arretierten freizugeben. Am 7. April verkündete dann der Gemeinde- Schreiber die Entscheidung der Repräsentation, es sei ersichtlich, der Brief bezwecke, den Amsterdamer Rabbiner und seinen Schwager Jacob Emden zu kränken, den Beschluss der Gemeindevorsteher, den R. Löb zum Prager Oberrabbiner zu wählen, zu vereiteln, überhaupt in der Prager Gemeinde Unfrieden zu stiften. Darum י) In Wirklichkeit finden wir unter den Unterzeichnern die geistige Elite der Prager Juden. Ausser den drei Rabbinatsbeisitzern lesen wir die Namen von Anschel Osers, Wolf Austerlitz, Mosche Spira, Mates Neugröschel, Sorach Eidlitz und selbstverständlich Salman Koref.

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