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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 282

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 282)
Language
German
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278 Verbänden. Am 8. Tage des Laabhüttenfestes1) legte er den Juden eine Kontribution von 40000 fl. auf, als Beitrag zu den Unterhaltungskosten der im Interesse des bayerischen Kaisers gekommenen Truppen. Auch von den Bürgermeistern, den Kaufleuten, den Klöstern und dem Adel verlangte er grosse Summen; insgesamt betrug die Kontribution — einschliesslieh der von den Juden geforderten — 2000000 fl. Ueberdies verlangte er von den jüdischen Gemeindevorstehern als Abgabe von ihren amtlichen Einkünften 20000 fl.; auch den christlichen Bürgermeistern legte er grosse Summen auf. Die Gemeinde vor־ steher brachten ein Gnadengesuch ein, verlangten eine Erstreckung der Frist zur Zahlung der 40000 fl. und übergaben ihm silberne Synagogengeräte im Gewichte von 500 Lot als Pfand; sie machten ihn auch darauf aufmerksam, dass ihr Amt ein unbesoldetes Ehrenamt sei, sie also keine Einkünfte von amtswegen hätten. Der preussische Befehlshaber bestand aber darauf, dass die 40000 fl. ehestens erlegt würden; von den 20000 fl., die er von den Vor- Stehern besonders gefordert hatte, nahm er Abstand. Den Verwaltern der herrschaftlichen Häuser, deren Besitzer die auferlegte Kontribution nicht entrichtet hatten, befahl er, sofort ihre Herren zu verständigen, dass er, falls die Kontribution nicht binnen einigen Tagen entrichtet werde, alles, was er in ihren Häusern finde, wegnehme. So geschah es auch; einige Tage darauf wurden die Paläste der Grafen Kolowrat, Tschernin, Gallas und viele andere ganz ausgeplündert, die zahlreichen Kostbarkeiten und Kunstwerke, die sie enthielten, wurden in die Mark Brandenburg gesandt. Die Preussen quartierten in den christlichen Häusern Prags 4—5, ja sogar 10 Soldaten ein und verlangten von den Hausleuten, sie sollten der einquartierten Mannschaft überdies Beheizung, Beleuchtung, Salz und zweimal wöchentlich je ein Pfund Fleisch geben. Es wurde dann ein von 480 Rogulanos — diesmal gegen Bezahlung — anbefohlen wird. ). G. A. No. 116. — Dass die Lieferungen undContributionen ziemlich scharf eingetrieben wurden, geht daraus hervor, dass in die )udenstadt ein eigenes Exekutionskommando geschickt wurde, mit der Bewilligung, die Juden ״recht scharf anzugreifen und bei den Bärten zu ziehen“. (Klutschak, die Kriegsjahre Prags S. 102). 0 28. September.

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