Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 273)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3486266-3486269--0606-3486966- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
269 einen viel grösseren Umfang unserer Chronik lässt auch die Beinerkling schliessen, (lass von R. Salman Koref sclion im Jahre 5509 ״ דח שמ״ה ע״אauf folio 345aa die Rede war. Ich glaube deshalb mit der Annahme nicht fehlzugehen, dass wir in unserer Handschrift die Abschrift zweier Bruchstücke einer grossen, wahrscheinlich sehr weit zurückgeh enden Chronik zu sehen haben. Und zwar scheinen diese Bruchstücke in vielen Abschriften vorbanden gewesen zu sein. Denn das von Podiebrad in seiner Vorrede zu den ״Altertümern der Prager Josefstadt“, 3. Auflage, erwähnte Tagebuch des Misehel Jeiteles über den Zeitraum von 1744—1754 ist nach der a. a. 0. S. 151 Anm. 104 zitierten Stelle mit unserer Chronik vollständig identisch, nur findet sich bei uns der von Podiebrad richtiggestellte Schreibfehler nicht. Wie Podiebrad aber auf Mischei Jeiteles als Autor verfiel, ist mir unerfindlich, es müsste denn sein, dass Podiebrad dies daraus schliesst, dass Jeiteles einmal direkt redend auftritt, was aber auch bei anderen Personen der Fall ist. Auch die von Kaufmann in der Monatsschrift XXXVII S. 385 angeführte, im Besitze des Breslauer Seminars befindliche ״arg fragmentierte Chronik der Prager Vertreibung D“ ist nach der dort mitgeteilten Stelle ein anscheinend corrigiertes Exemplar unserer Handschrift. Vielleicht bietet sich mir Gelegenheit, diese Breslauer Handschrift; eingehend prüfen zu können und darin Aufklärung zu finden über die vorläufig nicht zu beantwortenden Fragen nach dem Autor unserer Chronik, nach ihrem eventuellen Zusammenhänge mit den älteren, angeblich weit zurückreichenden, viel genannten Prager Judenchroniken, der Ramsehaekisehen und der Wallensteinischen. Zum Schlüsse bemerke ich noch, dass ich Hinweisungen auf identische Stellen in den diese Zeit behandelnden Werken, wie dem Diarium Pragense oder der von Freimann edierten אגרת מ־זלת, ganz unterlassen habe. 9 Wie aus brieflichen Mitteilungen des Herrn Dr. M. Brann in Breslau hervorgeht, ist die Breslauer Handschrift umfangreicher als unsere, sie zählt 35 Blatt 4° und behandelt die Ereignisse von 1744—1753, muss also ausführlicher sein oder weniger Lücken aufweisen als unsere.