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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 272

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 272)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486269--0605-3486965
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schützaffäre nach einer Abschrift*) der hiesigen israelitischen Gemeindebibliothek und ein Verzeichnis der im Jahre 1744 Ermordeten nach einer Eintragung in einem Chewra Kadischa-Buch* 2 3). — Nun einige Worte über unsere Handschrift; sie zählt 32 Blatt 8°, ist in Kursivschrift geschrieben und weist eine Anzahl Randbemerkungen von der Hand ihres früheren Besitzers, des gelehrten Dr. Aron Kosenbachcr a) auf. Diese Bemerkungen beziehen sich meistens auf die Umrechnung der angegebenen jüdischen Daten in die der gewöhnlichen Zeitrechnung. Die Handschrift kam nach dem Tode des Herrn M. Rosenbacher mit dessen ganzer Bibliothek an die hiesige israelitische Gemeindebibliothek. Die Chronik beginnt mit den Worten ״ בימים האלהin diesen Tagen“, also mit einer Anknüpfung an Vorangegangenes, das uns leider nicht erhalten ist, erzählt die Ereignisse des Jahres 1744 ausführlich, bricht kurz vor der Judenausweisung 1745 ganz unvermittelt ab, nimmt dann die Erzählung erst wieder im Jahre 1750 auf und führt sie anscheinend etwas lückenhaft bis zum Jahre 1754, um hier wieder ein jähes Ende zu finden. Die grosse Lücke in der Erzählung der Ereignisse von 1744—1750 wird einer Familientradition 4) zufolge dahin erklärt, dass diese Stelle vom Rabbinat unterdrückt worden sei, weil sie schwere Anschuldigungen gegen die damaligen angesehenen Leiter der Prager Judengemeinde enthalten habe, indem ihnen wörtlich zum Vorwurfe gemacht wurde: שהיה בירם למחות ולא מחו sie hätten die Judenausweisung verhindern können, hätten dies aber unterlassen. Doch scheint mir dies keine genügende Rechtfertigung für den Umstand, dass die Erzählung einer Tatsache, die mit der Judenausweisung gar nichts zu tun hat, jäh unterbrochen wird. Auf *) Es ist dies ein Manuskript von 4 Blatt 4°, das Abschriften von vier, meines Wissens bisher unveröffentlichten Briefen in dem Eibenschütz׳ streite enthält; doch sind die drei anderen Briefe unwesentlich. 2) Das Buch, ein Kassabuch, führt den Titel: הופטבוך שייך לח״ק רג״ן־ן משנת תנ״א und hat den ehemaligen Aktuar der Beerdigungsbrüderschaft M. W. Jeiteles wohl durch seine leeren Blätter zu dieser, durchaus nicht hineingehörenden Eintragung veranlasst. 3) Diese Bemerkungen sind grösstenteils benützt 4) Diese Mitteilung danke ich, wie viele andere hier verwertete, dem Präsidenten der Prager Israelit. Cultusgemeinde, Herrn Dr. Arnold Rosenbacher.

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