Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 253)
- Language
- German
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249 Die Statuten. I. M. G. H. ״Wer Wohltun und Liebeswerken nachstrebt, wird Leben, Liebe und Ehre finden.‘1 Spr. Sal. 21,21. Angeführten Vers haben unsere Weisen s. A. schön erklärt: Jeder, der bestrebt ist, Wohltätigkeit zu üben, den lässt Gott würdige Menschen linden, an denen er seine Wohltaten zu üben vermag. Weitreichend ist aber auch ihr Lohn, wie es uns unsere Weisen folgendermassen darstellen: Als man Salomo, den Sohn Davids, fragte, wie weit die Wirkung der Wohltätigkeit reiche, antwortete er: ,,Gehet hin und sehet, was mein Vater mit deutlichen Worten sagte: Wer reichlich den Armen spendet, dessen Wohltun besteht ewiglich/‘ Kaba meinte, dass er ihnen folgenden Vers anführte: ״Der wohnt in den Höhen, kelsenburgen sind dessen Schutz, der sein Brot den Armen gab, nimmer versiegendes Wasser zum Labetrunk.“ Wenn nun schon in jenen Zeiten auf die Bedeutung und Wichtigkeit der Mildtätigkeit so kräftig hingewiesen und deren Ausübung den Menschen so warm ans Herz gelegt wurde, um wieviel mehr ist es nötig in unserer Zeit und in unserer Umgebung, da der Besitz immer mehr schwindet, dahin ist soviel Erspartes und Erworbenes, da viele Mitglieder unserer Gemeinde durch die alle Augenblicke neu eintretenden Ereignisse ins Elend gestürzt sind und die Not durch die Teuerung sich stets vergrössert. Jetzt ist die Zeit, Liebeswerke zu üben, und darum haben wir gesprochen: Auf zu dem Gottestempel des Bechts und der Wohltätigkeit, die Gott lieber ist als Opfer, dass wir die Schäden bessern mit Hilfe der Massregeln, die wir in den vorliegenden 18 Satzungen ausgesprochen haben. Vielleicht sind wir es, durch deren Tun das Gute gefördert wird, und dass auch andere lernen sich zu einen zum Werke der Hilfe zu veieinigen, dass durch die Einzelgaben die Summe zu einer grossen anwachse. Jeder aber, der die Hand aufhält, dem gebe man auch. Dies haben wir, die Mitglieder des Vereins ״Eodphe Zedaka* (״die der Wohltätigkeit NachstrebendeiD) auf uns genommen im Jahre, dessen Zahl dem Buchstabenwerte des Verses: ״Ein Baum