Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 207)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3486266-3486269--0540-3486900- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Historisches aus den Responsen des R. Joäl Serkes (ב״ה) Von Dr. Isak Unna, Rabbiner in Mannheim. Die Besponsenliteratur ist bekanntlich für die Erforschung der jüdischen Geschichte von hervorragender Bedeutung. Das Bestreben, der Lehre, die für alle Zeiten und für alle Länder gegeben ist, überall Geltung zu verschaffen, erzeugte die Notwendigkeit, die so mannigfach gearteten Lebensverhältnisse mit den Anforderungen des Gesetzes in Einklang zu bringen. Und bei den Schwierigkeiten, die sich liier oft ergaben, wandte man sich an die in Israel als Autoritäten anerkannten Gesetzeslehrer und ging sie um ihre Entscheidung an. Naturgemäss war man dabei genötigt, die einschlägigen Verhältnisse genau zu schildern, und so liefern die Gutachten der hervorragenden Babbinen häutig wertvolle Aufschlüsse über die Lage der Juden in den betreffenden Ländern, über ihre Beziehungen zu der nichtjüdischen Welt u. s. w. Insbesondere sind es die juristischen Gutachten, welche für die Kulturgeschichte reiche Ausbeute geben; und da in den meisten Ländern die Zivilgerichtsbarkeit den Juden überlassen war, so nehmen die Bechtsgutachten einen sehr breiten Baum ein. Ohne die Gutachtenliteratur würden ganze Perioden der jüdischen Geschichte, namentlich, soweit die inneren Verhältnisse in Betracht kommen, völlig in Dunkel gehüllt sein. Am reichhaltigsten sind nach der erwähnten Dichtung die Besponsen derjenigen grossen Gesetzeslehrer, die aus allen Ländern, wo Juden sich angesiedelt hatten, Anfragen erhielten, wie z. B. Babbi Salomo ben Adereth. Aber auch in den w eniger umfangreichen Gutachtensammlungen finden sich nicht selten No-