Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 190)
- Language
- German
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180 Wert wird auf mindestens 50000 frcs. beziffert. Schon dies äusserliche Moment weist darauf, dass sein einstiger Besitzer ein Mann in hervorragender socialer Stellung gewesen ist. Über die früher bekannten Siegelsteine mit hebräischen, aramäischen, phoenicischen Eingravierungen findet man Näheres bei de Vogue, MeJanges d’archeologie orientale (1868) 105 ff., M. A. Levy, Siegel und Gemmen (1869), CI. Ganneau im Journ. asiat. 1883, S. 123 ff. Die Aufschriften enthalten zumeist den Namen des Besitzers mit oder ohne vorgesetztes ל (vereinzelt לזכר Vogue 38, öfter noch Zusätze über seine Abstammung und Gattenverhältnis. Als Kriterium für das Alter kann mangels weiterer Angaben nur das Verhältnis der Schriftzeichen zu den uns sonst bekannten, chronologisch fixierbaren Inschriften auf Denkmälern und anderen geschnittenen Steinen dienen. Die vorliegende Siegelinschrift ist von E. Kautzsch in den ״Mitteilungen und Nachrichten des deutschen Palästina-Vereins“ 1904, S 1—14 in zwei Facsimile’s (einem in natürlicher und einem in doppelter Grösse) veröffentlicht und zugleich gründlich besprochen worden. Ihr Text ist: לשמע עבד ירבעם Die Buchstaben zeigen die Züge der ältesten uns bekannten semitischen Inschrift, der Mesa- Inschrift aus dem 9. Jahrhundert. Das ש und מ haben am Kopf die wellenförmigen Züge W, welche schon längst als wichtiges charakteristisches Merkmal der ältesten semitischen Schrift erkannt sind. Auch die kreisrunde Form des ע und die Züge der übrigen Buchstaben gehören dem ältesten Schrifttypus an. Die nach unten gehenden Schäfte sind nicht nach links umgebogen, wie in der Siloah-Inschrift, die man mit Wahrscheinlichkeit in die Zeit des Königs Hisqia setzt; allerdings sind sie auch in der Mesa-Inschrift mehr, als auf unserem Siegel nach links geneigt. Der Name des Besitzers שמע ist sehr wahrscheinlich eine Kurzform aus einem volleren Namen, wie אלישמע (wie ein Sohn Davids 2 Sm. 2,16 und mehrere andere Männer heissen, s. Num. 1, 10;— 2 K. 25, 25; — Jer. 36, 12 u. s.) oder שמעיה (z. B. 1 K. 12, 22; — Jer. 29, 31; — Neh. 11, 15 u. A. m.). Ais