Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 142)
- Language
- German
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138 ״R. Jirmijah war ebenfalls aus Babylonien, er kam in seiner ״Jugend von dort nach Palästina. Im ganzen Talmud findet ״sich nichts von ihm und seiner Wirksamkeit in Babylonien; ״denn so lange er dort war, hatte er noch kein Alter der Tat ״erreicht, und alles, was uns von seiner Tätigkeit im :Talmud ״berichtet wird, gehört Palästina an. ״Da aber unsere Geschichte noch keine wahre Darstellung ״gefunden, und die Zeitenfolge der Geschlechter in Wirrwarr ״liegt, so verursachte das auch hinsichtlich R. Jirmijahs Ver- ״wirrung, entstellte einen ganzen Teil der Zeitgeschichte und ״verhüllte jegliches Bild bezüglich Babyloniens und Palästinas ״zu jener Zeit; wir sehen uns daher genötigt, die Darstellungen ״der letzten Forscher zu zitieren, um danach die Ereignisse so ״zu eruieren, wie sie in Wirklichkeit sich abspielten. ״Grätz schreibt auf S. 330 T. 4: .,Die einzige, vollgültige ״Autorität in Judäa war R. Jeiemia, aber er war aus Babylo- ״nien eingewandert und wurde in der Heimat so wenig ge- ״würdigt, dass er aus den Lehrhäusern gewiesen wurde.a ״Er irrte also, indem er glaubte, dass dies alles sich in ״Babylonien ereignet habe. Sein Waffenträger Weiss geht ״weiter; er bemerkt T. III, S. 160: ״Das Geburtsland R. Jirmijahs war Babylonien. Als er noch ״in seinem Lande war, war er unter den bekannten Gelehrten ״nicht geachtet, und noch später, als sein Name in Palästina ״schon Ruf erlangt hatte, sagte einer der babylonischen Ge- ״lehrten (Raba) von ihm: ״Als er noch in Babylonien war, wusste ״er nicht, was die Gelehrten sprechen (Ketubot 75).“ Allein, wenn ״dieses Zeugnis recht ist, bedarf es noch einer Frage. Es ״schein t, dass R. Jirmijah schon, als er in Babylonien war, keinen ״Gefallen an der Lehrweise der Babylonier fand; das bewirkte, ״dass man ihn dort nicht leiden konnte; er ärgerte sie oft da- ״durch, dass er seltsame Prägen an sie stellte ♦ um sich ״über sie lustig zu machen ־ Einmal stellte er eine derart ״seltsame, törichte und alle Grenzen übersteigende Frage, dass ״man ihn aus dem Lehrhause auswies (B. B. 23). Wir sehen ״aber, dass er schon in Babylonien für einen so bedeutenden Mann ״gehalten wurde, dass man zu ihm schickte und sich bei ״ihm Rat einholte über eine Halacha in Civilsachen. Als