Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 260)
- Language
- German
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254 Eine Nachfolge R. Elasar’s nach dem Tode R. Jochanan’s könnte nur die Dauer von Monaten gehabt haben, da nach dem Bericht R. Scherira’s, den anzuzweifeln wir keinerlei Anlass haben, R. Jochanan und R. Elasar im selben Jahre gestorben sind. R.Elasar war zuerst Schäler, dann Genosse R. Jochanan’s; dieses Verhältnis war so bekannt, dass es Jerusch. Anfang Sanhedrin als Beispiel herangezogen wird. Dort wird zur Erklärung, wieso R. Chija einen Schäler ins Richterkollegium nehmen konnte, gesagt: ״ חכר ותלמיד היה כר' אלעזר לר' יוחנןEr war Genosse und Schäler, wie R. Elasar dem R. Jochanan.“ Das Verhältnis R. Elasar’s zu seinem Meister lässt sich nicht gut klarer darstellen, als durch Wiedergabe des .Teruschalmi Berachot 2,1. Als einmal R. Jochanan, gestützt auf R. Jakob b. Idi, einherkam, verbarg sich R. Elasar vor ihm, sobald er ihn erblickte. R. Jochanan sagte darauf: ״Dieser Babylonier tut mir Zweifaches an, erstens grösst er mich nicht und dann sagt er keine Tradition mit meinem Namen.“ R. Jakob b. Idi erwiderte: ״So ist es Gebrauch bei ihnen, dass der Geringere den Grösseren nicht begrüsst, denn sie riehten sich nach dem Schriftworte (Ijob 29,8): ״Die jungen Leute sehen mich und halten sich versteckt.“ Auf dem Wege sah er nun ein Lehrhaus und sagte zu ihm: ״Hier pflegte R. Meir zu sitzen und beim Vortrage Traditionen im Namen R. Ismael’s zu sagen, dagegen sagte er keine Traditionen im Namen R. Akibä’s.“ R. Jochanan sagte darauf zu ihm: ״Alle Welt weiss, dass R. Meir der Schäler R. Akiba’s.“ Da bemerkte R. Jakob b. Idi ״Alle Welt weiss, dass R. Elasar der Schäler R. Jochanan’s.“ Wir sehen hier deutlich, dass R. Jochanan der hauptsächlichste Lehrer R. Elasar’s war, ähnlich wie R. Akiba der R. Meir’s. Die Traditionen seiner früheren Lehrer, wie R. Ismael, R. Chanina und R. Hoschja, vor denen er nur verhältnismässig kurze Zeit sass, fährt R. Elasar in der Tat in deren Namen an, während er, gleich R. Meir bezüglich R. Akiba’s, den Namen R. Jochanan’s bei Wiedergabe von dessen Lehrsätzen nicht nennt, da ja ״alle Welt wusste, dass R. Elasar R. Jochanan’s Schäler war.“ Zugleich geht aus dieser Gemara hervor, dass R. Elasar aus Babylonien stammte. Dort hatte er Rab und Samuel gehört und kam dann nach Palästina, um in Sipporis zuerst Schäler R. Chanina’s und R. Hoschja’s zu werden, und dann, als diese Meister ungefähr