Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 220)
- Language
- German
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214 tionen uns vor Augen führen und an der Hand von Halevys lichtvollen Ausführungen ihre Möglichkeit zu erkennen streben. Die jüdischen Historiker nehmen als Todesjahr des R. Jehuda Nessia I (R. Jehuda II) das Jahr 270 oder 313 an. So führt Frankel, welcher als letzter in den diesbezüglichen Forschungen anzusehen ist, in seinem Mebo Hajeruschalmi Seite 94 aus: ״R. Jehuda Nessia I lebte lange; denn er lebte bereits zur Zeit des R. Hosija, des Lehrers des R. Jochanan, und starb erst nach R. Jochanan vor R. Abahu . . . R. Jochanan starb im J. 279; es scheint, dass R. Jehuda Nessia I vor dem Regierungsantritte des Kaisers Konstantin im J. 313 das Zeitliche segnete, er also die Grausamkeiten jenes Kaisers nicht mehr erlebte. Dieses Todesjahr entspricht gut den Tatsachen; denn . . . R. Jehuda Nessia II war bereits Patriarch zur Zeit des R. Jirmija, des Lehrers des R. Jona, wie es in Megilla P. 2. H. 2 heisst.. und lebte noch zur Zeit des R. Mana, des Sohnes des R. Jona. R. Mana aber lebte nach dem Jahre 360. Nach unserer Vermutung starb R. Jehuda Nessia I vor 313; zwischen seinem Tode und R. Mana waren mithin etwa 50 Jahre. R. Jehuda Nessia II starb zur Zeit R. Manas, das Jahr ist nicht bekannt. Nehmen wir an, es wäre im 10. oder 12. Jahre R. Manas gewesen, so würden sich für die Dauer der Patriarchenwürde R. Jehuda Nessias II und seines Vaters R. Gamliel etwa 60 oder 62 Jahre ergeben. Die Patriarchenwürde R. Gamliels dauerte nicht lange, denn sein Sohn R. Jehuda war bereits zur Zeit R. Jirmijas Patriarch, Demnach scheint die Dauer der Patriarehenwürde R. Jehuda Nessias II 40 Jahre und mehr betragen zu haben. Frankel entsckeidet mithin, dass R. Jehuda Nessia I im J. 313 und R. Jehuda Nessia II 60 oder 62 Jahre später, im J. 375, starb. In den Zusätzen zu seinem Werke fährt Frankel weiter fort: ״Unter den nachgelassenen Schriften des Kaisers Julianus fand sich ein Brief an die Juden, voll von Friedens - und Segens- Worten. Dann schreibt er, dass er darüber schon mit dem Bruder Julius, dem Patriarchen, dem geehrten, gesprochen habe. Im ersten Augenblicke wäre man geneigt, unter dem Patriarchen Julius den Hillel, den Sohn des Patriarchen R. Jehuda Nessia II, zu verstehen, das ist auch die einstimmige Ansicht aller Histo-