Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 101)
- Language
- German
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95 in der Anordnung und Gestalt, die ihnen Salman gegeben hatte. Naftali selbst bekennt, dass die vom Vater überkommenen Matrizen mehr wert seien, als das ganze Druckgebäude. Salmans Geist und Tradition beherrschte völlig die kommende Zeit. Bei sehr vielen, vielleicht bei der Mehrzahl der Neuauflagen ist man im Zweifel, ob man sie als besondere Erscheinungen aufzählen soll, denn in der Regel haben wir das alte Buch vor uns mit veränderter Jahreszahl; in dem die Jahreszahl enthaltenden Titelvers wurden dem neuen Jahr entsprechend gewöhnlich einige andere Buchstaben durch Druck hervorgehoben und — die neue Auflage war fertig. Wirkliche Neudrucke wurden mechanisch nach einer Vorlage aus Salmanscher, oft noch aus Ahrons Zeit hergestellt und dabei pietätvoll aller Inhalt der früheren Auflage gedankenlos mitgedruckt:*) Vorreden früherer Drucker, die für diese Auflagen gar nicht mehr passten, Approbationen aus 40 Jahre zurückliegender Zeit, Titelbemerkungen, die irgendwie für eine frühere Ausgabe bestimmt waren. Einige Beispiele: In den frühsten Salmanschen Ausgaben des תקוץ ליל שבועות war eine Gebetordnung für die Nacht des 7. Passatages enthalten; die Gebetordnung fiel später fort, aber auf dem Titelblatt figurierte regelmässig auch weiterhin der Passus ותקון' ליל שביעי של פסח . Das Quartmachsor 1754 war mit neugegossenen Lettern gedruckt und dies durch die Vorbemerkung באותיות חרוטות dem Publikum mitgeteilt worden; diese Bemerkung wurde in die folgenden Ausgaben stets mit hinübergenommen. Zweimal wurde der erste Teil des Schulchan aruchs in 8° herausgegeben, jedesmal als 5. Auflage, ebenso gilt das ם' קב הישר meist als 4. Auflage; derartige Beispiele könnten vervielfältigt werden. Schon bei Salman zeigte sich dieses gedankenlose Nachdrucken wiederholt; so bezeichnet er im Titel die Figuren der Haggada 1739 als Kupferstiche; sie sind in Wahrheit Holzschnitte, aber die Ausgabe 1711, der sie nachgedruckt worden, hatte den damals wahrheitsmässigen Titelvermerk, dass Kupferstiche vorliegen. Und nun erst die übrigen zahllosen *) Interessant ist dabei, dass auch Fürther Druckereien wörtlich die Sulzbacher, und nur für die Sulzbacher Ausgaben Sinn habenden, Titelblatt״ bemerkungen abdruckten.