Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- (I.) 1903 - 5664 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 71)
- Language
- German
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65 die Fiirther Kontrahenten, falls sie ihrerseits ihre Verpflichtungen hielten, dass Salman mit obrigkeitlichem Zwang zur Beendigung des Werkes angehalten werden solle. Auch ein Absatzgebiet sicherte er sich bereits vorher mit viel Umsicht und Energie; er hatte sich eine grössere Anzahl von Subskribenten verpflichtet, von denen viele den Kaufpreis für den ganzen Talmud vorauszahlten. Sie erhielten Preisermässigung und hatten bei Bezug des ersten Bandes 3 Tlr., bei jedem folgenden 1 Tlr., im ganzen also 14 Tlr.*), zu entrichten. So schienen alle Hindernisse beiseite geschafft zu sein; rüstig ging der Druck von statten, im Sommer 1756 waren bereits 3 Bände vollendet. Da zogen zwei dunkle Gefahren herauf welche beide, jede für sich, zu genügen schienen, nicht nur das angefangene Werk zu zerstören, sondern auch Salman dem vollständigen wirtschaftlichen Ruin zuzuführen. Der III. schlesische Krieg hatte mit all seinen Schrecken begonnen und bereits seine verheerenden Wirkungen auch auf die Entwicklung an sich sehr friedlicher Berufe verspüren lassen. Die erste Folge war, dass die geldbedürftigen Kriegsstaaten ihre Zölle erhöhten; die Erhöhung der ״Aufschlags-Anlage“ seitens Ungarns, Böhmens und der übrigen österreichischen Provinzen war so bedeutend, dass sie einer Sperre gleichkam. Für Salman war dadurch das Hauptabsatzgebiet ausgeschaltet. Doch nicht genug damit. In Berlin hatte er Geschäftsfreunde, welche kontraktlich Bestellungen auf einige hundert Exemplare des ganzen Talmud gemacht hatten; diese glaubten, bei den veränderten Zeitverhältnissen an den Vertrag nicht mehr gebunden zu sein und traten zurück. Das war ein harter Schlag. Der ganze Osten, auf den Salman fast allein angewiesen war, war damit verloren. Die ungeheuren, auf den Talmud verwendeten Summen schienen vergeudet. — Doch auch hier wusste er Rat; eine ganz sonderbare, kühne Idee sollte ihm anderswo ersetzen, was er dort an Bücherabsatz verloren. Wir bemerken, dass Karl Theodor, Herzog von Pfalz-Sulzbach, i. J. 1742 nach Aussterben der Pfalz- Neuburgischen Linie die Kurpfalz geerbt und seine Residenz *) Die anderen: 21 Taler. 5