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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 813

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 813 (sequence 822)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Goldmann, Rothenberg, Weizmann 813 es wünscht, für seine Organisation, die bis jetzt eine etwas lose war, in den einzelnen Ländern einen festeren Unterbau zu schaffen. Ich bin überzeugt, daß man das tun kann. Dadurch erhält die Jewish Agency, deren Geschichte Sie alle kennen, eine neue innere Bestätigung. Sie können der Jewish Agency von nun an auch dadurch einen großen Wert verleihen, daß Sie versuchen, sie zu einer zentralen Körperschaft im Aufbau Palästinas zu machen. Ich will mich etwas klarer darüber aussprechen. Kein Staat kann heute ohne eine Planwirtschaft auskommen. Nicht nur die diktatorisch organisierten Staaten, sondern auch demokratische Staaten, wie die zwei großen angelsächsischen Staaten, haben sich in dieser Richtung entwickelt, indem diese letzteren eine Synthese gefunden haben zwischen einem demokratisch-politischen Leben und einem gewissen Eingreifen der Regierung in die großen Probleme der Wirtschaft und des politischen Lebens. Wir können das nicht machen. Wir sind eine freiwillige Bewegung. Infolgedessen ist für Initiative aller Art Tür und Tor geöffnet; wir begrüßen sie in Palästina meistens herzlich. Aber in einem kleinen Lande wie Palästina führen diese Dinge manchmal zu einer Verschwendung von Energien, zu einer Unzahl von Projekten, die manchmal nicht sehr nützlich sind und vor allen Dingen unseren Gegnern die Möglichkeit geben, eine Tendenz gegen die andere auszuspielen. Die Agency wünscht nicht, alles in ihren Händen zu zentralisieren, sie wünscht aber mindestens eine Koordinierung det Kräfte, Sie wissen, daß als große Kolonisationsgesellschaft in Palästina die Pica arbeitet. Es wird keinem Menschen von der Agency einfallen, der Pica in ihre Arbeiten hineinzureden; sie hat eine große Tradition für sich, und wir wünschen von Herzen, daß sie sie weiter fortsetze. Wir haben immer freundschaftlich mit ihr zusammengearbeitet. Ich bin überzeugt, daß es so weiterhin gehen wird. Aber nicht in allen Fällen war es so. Man soll die Agency nicht aushöhlen und aus ihr die wichtigsten Aufbaudinge nicht herauszunehmen suchen. Dann erst erhält die Agency ihren großen Inhalt und wird zu der staatsaufbauenden Kraft, von welcher so viel gesprochen wird und für die so wenig getan wird. Ich bin überzeugt, daß der nichtzionistische Teil der Agency, wenn er sich organisiert, als Organisationsprizip die Leistung annehmen wird, die Leistung im Sinne der Stärkung unserer nationalen Fonds. Dann möchte ich auch noch auf etwas hinweisen, ohne gerade darauf anspielen zu wollen, daß in den Kreisen der Agency die Ideen herrschen, von denen ich jetzt sprechen will. Jetzt, da wir unter diesem schrecklichen Druck zu arbeiten haben, entsteht im Judentum da und dort ein Suchen nach neuen territorialen Projekten. Die Juden, die immer große Geographen waren, haben sich diesmal ganz besonders auf praktische Geographie verlegt. Man entdeckt eine südamerikanische Republik, die leer und befeit ist, Juden aufzunehmen, oder man entdeckt ein ähnliches Land in Afrika. Vom Standpunkt des Zionismus betrachten wir diese Projekte mit ziemlicher Ruhe. Wir wissen genau, was es bedeutet, ein leeres Land vorzubereiten, daß es den ersten Immigranten aufnehmen kann. Wir haben in dem kleinen Palästina zwei Generationen lang mit ungeheuren Opfern und gewaltiger Hingebung gearbeitet, bis wir es in den Zustand gebracht haben, m dem es sich heute befindet. Diese Länder sind wirklich kerne Konkurrenz für Palästina.

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