Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 806 (sequence 815)
- Language
- German, English, Hebrew
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806 j. Council-Sitzung: Bericht der Einwanderungs-Kommission Flucht der Arbeiter von den Kolonien in die Stadt und zu einer besorgniserregenden Konzentration in den Städten geführt. Verschiedene Arbeitsmöglichkeiten in der jüdischen Wirtschaft gehen uns verloren, es kommen fremde Arbeiter ins Land usw. Pas sind Schattenseiten, die wir trotz der gegenwärtigen Prosperity in Palästina konstatieren müssen. Daher muß von der Mandatarmacht gefordert werden, daß sie die Einwanderung den Bedürfnissen der palästinensischen Wirtschaft anpasse. Dahin geht die erste Resolution. Die andere Resolution betrifft die Hachscharah, die Notwendigkeit, sich um die landwirtschaftliche und handwerkliche Ausbildung der Juden zu kümmern, und daß für diesen Zweck Geld zur Verfügung gestellt wird. Ich verlese nunmehr die Anträge der Kommission (liest): i. FORDERUNGEN AN DIE REGIERUNG. Der Council stellt fest, daß trotz des Anwachsens der Alijah in allen ihren Teilen ihr Umfang nicht den Bedürfnissen der jüdischen Wirtschaft und der Aufnahmefähigkeit Erez Uraels entspricht, die durch die Initiative der Einwanderer und das im Lande investierte jüdische Kapital entwickelt wird. Die Tatsache, daß die Zahl der Arbeiter den Bedürfnissen der Wirtschaft nicht genügt, führt zur Abwanderung vpn Arbeitern vom Dorf in die Stadt, von der Landwirtschaft und von Pionierarbeiten zu einträglicheren Arbeitszweigen und ferner zur Einwanderung billiger Arbeiter, die den Lebensstandard der Arbeiter Palästinas herabsetzen. Diese Erscheinungen nehmen dem jüdischen Jischuw Arbeits¬ und Wirtschaftspositionen aus der Hand, engen die Fassungskraft des Landes ein und erschüttern die Festigkeit des Werkes am Aufbau des nationalen Heimes in Palästina. Die Einwanderungsbeschränkungen, die dem Grundsatz der Beurteilung des Ausmaßes der Einwanderung nach der wirtschaftlichen Fassungskraft des Landes widersprechen, bedeute^ einen Angriff auf die Bestrebungen des jüdischen Volkes, dessen Massen einer unaufhörlichen Verarmung und Erschütterung der Grundlagen ihres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens in allen Ländern der Galuth entgegengehen, und die in einer Periode, da der Judenhaß in der Welt herrscht, die Einwanderung nach Erez Israel als die einzige Rettung aus ihrer Bedrängnis ansehen. Der Council forden* die Aufhebung der Beschränkungen, die in ungerechter Weise den Umfang der Einwanderung einengen, und die Anpassung der Einwanderung an die ßedürfnisse der palästinensischen Wirtschaft und an die vom jüdischen Volk in der Welt zugunsten des Aufbaues Palästinas bewiesenen Anstrengungen. 2. HACHSCHARAH. Der Council konstatiert, daß die Erfordernisse, die der Aufbau Palästinas an die Alijah stell*, die Festigung, Verstärkung und Vervollkommnung der Hachscharah-Tätigkeit notwendig machen. Der Council ersucht daher die Exekutive der Jewish Ag*ncyf die Hachscharah-Tätigkeit zu fördern durch: a) Stärkung 4er landwirtschaftlichen, fachlichen und körperlichen Hachscharah (Ausbildung); b) Verbesserung der Wohnuags- und Sanitätsverhältnisse in den Hachscharah- Kibbuzim; c) Hilfe bei der Errichtung von Hilfswirtschaften durch städtische Kibbuzixn; d) Hilfe bei der Durchsetzung der hebräischen Sprache in den Kibbuzim. Im Zusammenhang damit spricht sich der Council für die Bewilligung eines Budgets aus, das den Bedürfnissen der Hachscharah entspricht und ausschließlich für die genannten Zwecke verwendet werden soll.