Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 802 (sequence 811)
- Language
- German, English, Hebrew
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Council-Sitzung: Bericht der Politischen Kommission tüllcn und eine aktive, systematische Politik einleiten, um die Entwicklung des jüdischen Nationalheims in solchem Maße und Tempo zu fördern, wie es die Lage der Juden in vielen Ländern erfordert und die Entwicklung Palästinas ermöglicht, wenn die jüdischen Leistungen freien Spielraum und aktive Hilfe seitens der Regierung erhalten. B. LEGISLATIVE COUNCIL. Der Council der jewish Agency hat mit großer Sorge von der Absicht der Mandatsregierung erfahren, in Palästina einen Legislative Council zu schaffen. Der Council sieht in diesem Schritt einen Widerspruch zum Geiste des Mandats, das die Anerkennung der Tatsache in sich schließt, daß die Zukunft Palästinas nicht nur den bestehenden jüdischen Jischuw angeht, sondern das ganze jüdisdic Volk. Jede gesetzgebende Körperschaft, die auf Grund der gegenwärtigen Zusammensetzung der Bevölkerung Palästinas geschaffen wird und dadurch die jüdische Bevölkerung Palästinas auf die Stellung einer Minderheit herabdrückt, verstößt gegen dieses grundsätzliche Recht des jüdischen Volkes. Die Zuerkennung von gesetzgebenden Befugnissen an Kreise, die offen das Mandat verwerfen und Gegner des jüdischen Nationalheims sind, muß als eine Verletzung des Mandats angesehen werden. Ohne ausdrückliche Anerkennung des Mandats durch die Vertreter der nicht jüdischen Bevölkerung Palästinas und ohne eine wirkliche Verständigung zwischen Juden und Arabern muß jede Institution von der Art, wie sie die Regierung vorschlägt, die weitere Entwicklung des jüdischen Nationalheims bedrohen und den Gang der heutigen wirtschaftlichen Entwicklung, die Juden und Arabern gleichzeitig Segen bringt, aufhalten. Eine solche Institution muß darüber hinaus eine Quelle von Gegensätzen und Konflikten zwischen beiden Teilen der palästinensischen Bevölkerung werden und die Aussichten einer Zusammenarbeit von Bevölkerung und Regierung gefährden. Besonders bedenklich wäre dieser Schritt im Hinblick auf die Rückständigkeit der städtischen Selbstverwaltungen. Aus diesem Grunde betont der Council zum wiederholten Male seine Gegnerschaft gegen die Errichtung eines Gesetzgebenden Rates im gegenwärtigen Stadium der Entwicklung Palästinas und sieht sich gezwungen, den Plan auf das entschiedenste abzulehnen. C. BODEN UND LANDWIRTSCHAFT. 1. Der Council erklärt, daß die LaRdlosigkeit des jüdischen Volkes — des einzigen landlosen Volkes der Welt — die Wurzel der jüdischen Tragödie ist. Die Rückkehr des jüdischen Volkes nach Ercz Israel ist in ihrem Wesen eine Rückkehr zum Boden. Die Errichtung einer großen jüdischen landwirtschaftlichen Siedlung ist Grundbedingung für den Aufbau des jüdischen Nationalheims. Der Council erklärt, daß es für die Errichtung des jüdischen Nationalhdms auf solider und fester Basis eine Lebensnotwendigkeit ist, ein gesundes Verhältnis zwischen dem Umfang der jüdischen Landwirtschaft und der Größe des jüdischen Jischuw überhaupt zu sichern und daß mit der Vergrößerung der jüdischen Einwanderung eine entsprechende Erweiterung der jüdischen landwirtschaftlichen Kolonisation kommen muß. Der Council lenkt darüber hinaus die Aufmerksamkeit auf die unbestrittene Tatsache, daß der größte Teil der Bodenfläche Palästinas heute unbebaut ist und daß auch auf den bebauten Flächen meist primitive Arbeitsmethoden angewandt werden, während diese Flächen — durch Entwicklung der Bewässerung und die Einführung intensiver Bearbeitung — eine vielfach größere landwirtschaftliche Bevölkerung ernähren könnten. 2. Per Council stellt mit tiefer Besorgnis fest, daß der Fortschritt des Bodenerwerbs durch Juden mit dem Anwachsen der jüdischen Bevölkerung nicht Schritt hält. Der Council erblickt in diesem Mißverhältnis eine ernste Gefahr für die gesunde Struktur des jüdischen National} eims. Der Council wendet sich daher an das jüdische Volk mit der Auf forden ng, keine Mühe für die Ermöglichung