Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 773 (sequence 782)
- Language
- German, English, Hebrew
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773 Vierte Council-Sitzung. Freitag, (>. Sqrtvinbor 1935, vormittag*. Beginn der Sitzung: 10 Uhr 50 Min. Vorsitz: Vizepräs. Morris Rothenberg. VORS. VIZEPRÄS. MORRIS ROTHENBERG (englisch): Wir setzen die Generaldebatte fort. Das Wort hat Herr Ritter von Anhauch. MAX RITTER VON ANHAUCH (Rumänien — spricht deutsch): Ich muß mit Bedauern feststellen, daß in der Generaldebatte kein Wort über die ausgezeichneten Referate der Mitglieder der Exekutive gesagt worden ist. Wenn wir schon nur einmal in zwei Jahren zusammenkommen, sollte man doch wenigstens so bedeutsame Referate angemessen behandeln. Ich bin seit Jahren Vorsitzender des Keren Hajessod in meinem Heimatlande und habe midi immer dafür eingesetzt, daß der Keren Hajessod in den Stand gesetzt werde, seine großen Aufgaben in viel weiterem Umfang zu erfüllen, Js er es bis heute tut. Es ist eine Schande für uns, daß von 16 Millionen Menschen kaum 300.000 Zeichner sind. Der Keren Hajessod ist das einzige Finanzinstrument, das wir Juden für den Aufbau von Erez Israel haben. Ich war vor 27 Jahren im Auftrag des Barons Edmund Rothschild in Erez Israel, und dieses Jahr anläßlich der Makkabiade war ich als Gast des A.C. wieder im Lande. Was ich jetzt sah, hat mich mit großem Stolz erfüllt, besonders das, was die jüdische Arbeit, vor allem der Ostjuden, aber auch vier 25.000 Juden aus Deutschland geleistet hat. Was an Kindererziehung und im wirtschaftlichen Aufbau geleistet wurde, hat mich verblüfft. Leider ist in den Schulen von Religion nicht viel zu sehen. Ich halte das für falsch. Aber als solche sind die Schulen ganz hervorragend. Die Universität hat mich mit Stolz erfüllt. Der Antrag, den Judge Mack auf dem Zionistenkongreß für die Universität gestellt hat, ist das Mindeste, was wir ihr geben müssen. Wir müssen alles daransetzen, um die Universität in die Lage zu versetzen, ihre landwirtschaftliche Fakultät, die eine Lebensfrage ist, und auch die medizinische Fakultät so auszubauen, wie sie z. B. bisher in Wien waren. Wir haben heute die Möglichkeit, große Leuchten der medizinischen Wissenschaft nach Erez Israel zu bringen; aber auch unsere jüdische und sogar die nichtjüdische Jugend sollten wir für Palästina gewinnen. Wir haben ferner die Pflicht, die bereits vorhandenen Ansätze zu einer jüdischen Handelsflotte auszubauen. Als Lady Erleigh hier sprach, hatte ich ein eigenartiges Gefühl: anläßlich der Makkabiade hatte ich als Vizepräsident des Weltmakkabi die Aufgabe, Lord Melchett, dem Bruder Lady Erleighs, einige Worte des Dankes für das Gelingen dieser mächtigen nationalen Demonstration zu sagen. Ich erinnerte ihn an seinen Heimgegangenen Vater Sir Alfred,Mond, der mit uns die Jewish Agency aufgebaut und für Palästina so viel geleistet hat. Ich wünschte ihm, Gott möge ihm die physische und psychische Kraft verleihen, das geistige, nicht nur das materielle Erbe seines Vaters erfolgreich