Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 756

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 756 (sequence 765)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476292--9806-3485957
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

766 j. Council-Sitzung: Keren Hajessod-Referat lieben Kapitalien so weit wie möglich auf die Landwirtschaft konzentriert werden müssen. Nach allerniedrlgster Schätzung ist es notwendig, daß 20 bis 25% der Einwanderer zur Landwirtschaft gehen, damit die jüdische Wirtschaft wirklich produktiv ist, Das bedeutet eine Ansicdlung von etwa 15.000 Menschen jährlich. Nicht alle diese Menschen brauchen die Hilfe des Keren Hajessod, aber doch ein sehr großer Teil von ihnen. Es ist mathematisch leicht beweisbar, daß der Keren Hajessod eine Summe von 500.000 Pfund braucht, um jährlich etwa 2000 Familien im Dorfe anzusiedeln. Das erfordert beinahe eine Verdoppelung der bisherigen Einnahmen, und es entsteht die Frage, ob dies überhaupt möglich ist. Wir, die Direktoren des Keren Hajessod, bejahen diese Frage. Vielleicht ist es nicht in jedem Lande möglich, aber es gibt eine große Zahl von Ländern, in denen die Keren Hajessod - Arbeit noch in den Anfängen steht. Ich will heute in dieser Arbeitskonferenz keine phantastischen Zahlen vortragen. Wir betrachten die nächsten zwei Arbeitsjahre, die vor uiv liegen, und wir stellen uns die Aufgabe, in diesen zwei Jahren die Einnahmen des Keren Hajessod zu verdoppeln. Es isc in den letzten zwei Jahren gelungen, diese Einnahmen um ungefähr 6of,'< zu erhöhen, und ich bin überzeugt, daß wir sie in den nächsten zwei Jahren von neuem erhöhen können. Hierbei helfen uns gewisse Momente. Ich brauche nur daran zu erinnern, daß es im letzten Jahre gelungen ist, das Finanzwesen der Jewish Agcnc) zu ordnen. Ein zweites kommt hinzu. Wir mußten durch eine Reihe von Jahren sehr bedeutende Summen in Bodengesellsdiaften hineinstecken, die in Nordpalästina arbeiten. Einen großen Teil der Schuld des Keren Hajessod bildeten die dabei investierten Gelder. Diese Gelder beginnen zurückzufließen, und wir können für die nächsten vier Jahre mit einem Durchschnittsrückfluß von etwa 40.000 Pfund pro Jahr rechnen. Dazu kommen andere Kredite, welche jetzt zurückzufließen beginnen und ungefähr einen Betrag von 15.000 Pfund pro Jahr ausmachen. Das bedeutet, daß die Zinsen und Amortisationsraten der Anleihe von einer halben Million Pfund durch diese Gelder vollkommen gedeckt sind, so daß unsere Beiträge in vollem Ausmaß für neue Arbeiten zur Verfügung stehen. Es war ein großes Hindernis für unsere Propaganda, daß jeder wußte, ein großer Teil der Einnahmen werde zur Schuldentilgung verwendet. Das ist jetzt anders geworden. Wir können jetzt sagen, daß alles für Aufbauarbeit und davon etwa die Hälfte für Landwirtschaft verwendet wird. Beachten Sie dann noch die ungeheure Erregung in der Judenheit, die unbestreitbare Tatsache, daß Palästina das größte, fast das einzige Immigrationsland für Juden geworden ist, so ist unsere Hoffnung, die Einnahmen zu verdoppeln, keine oberflächliche. Das Direktorium versucht, für die Propaganda zu tun, was möglich ist. Ich glaube, daß der Film des Keren Hajessod einen gewaltigen Schritt auf dem Wege zur Modernisierung unserer Werbemittel bedeutet. Aber das entscheidende ist die Mitarbeit von Menschen. Man kann Keren Hajessod nicht allein durch schriftliche und gedruckte Propaganda machen. Es ist eine schwere Arbeit, diese Steuer jedes Jahr einzuziehen ohne ein anderes

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.