Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 737 (sequence 746)
- Language
- German, English, Hebrew
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Szold 737 sind sie schon einigermaßen geschult für das Zusammenleben unter den neu^n Verhältnissen. In den Siedlungen müssen sie sich gleich auf praktische Arbeit einstellen. lr fr! Ar1m jW n Te,le: 4 Stunden Arbeit, hauptsächlich landwirtschaftliche Arbeit und alles, was dazu gehört, sowie 4 Stunden Unterricht. Es sind hauptsächlich hebräische Studien und auch solche, die an die Arbeitszweige anknüpfen. Es war sogar für midi, die ich schon ij Jahre in Palästina lebe und schon viel an Anpassung mitgemacht habe, eine Überraschung zu sehen, mit welchem Eifer, mit welchem Erfolg diese Jugendlichen sich an eine neue Sprache, die altneue Sprache, anpassen. Manche Kinder kommen zwar mit etwas hebräischem Wissen ausgerüstet ins Land, in den meisten Fällen aber sind die Kenntnisse sehr minimal. Sehr oft muß man 20 Kinder in vier bis fünf Klassen einteilen. Und da wird von Lehrern und Kindern mit einem Eifer gearbeitet, der vorbildlich ist. Ohne das Eingehen in die Sprache, die in Palästina herrscht, ist eine Konsolidierung der Jugend und ihr Zusammenleben mit den Ansässigen in den Kwuzoth und mit ihrer Umgebung nicht möglich. Aber die Sprache allein, ohne die Atmosphäre, ohne die jüdische Vergangenheit, die jüdische Tradition, das jüdische Leben, die neuen Lebensbedingungen hat gar keinen Wert. Die Sprache ist bloß ein Mittel zum Zweck, und der Zweck ist die Einführung in das jüdische Leben, in die jüdische Tradition, in die jüdische Literatur, in das jüdische Leben Palästinas, in die Lebensbedingungen, die sich dort entwickelt haben, die Verknüpfung mit der Landesgeographie und den Traditionen, die sich an die verschiedenen Ortschaften des Landes knüpfen. All das wird den Kindern in erster Linie vermittelt und soweit wie möglich in hebräischer Sprache. Wie haben wir das fertiggebracht? Wie konnten wir im Laufe von i1 2 Jahren 713 Kinder nach Palästina bringen? Wie konnten wir eine r.roße Schar von Kindern aus Berlin in Ben Shemen, das schon seit acht jähren in Palästina existiert, einreihen? Wie konnten wir joo bis 600 Kinder in den Kwuzoth unterbringen? Woher kamen die Mittel? Wir erhielten sie durch die hingebende Arbeit der sogenannten Arbeitsgemeinschaft jär Kinder- und Jugend-Alijah, die aus drei Partnern in Deutschland besteht: 1. dem Institut Ben Shemen; 2. der Ahawah; 3. der Jüdischen Jugendhilfe. Der Name sollte eigentlich Jüdische Selbsthilfe lauten. Das sind meistens junge Menschen, die sich zusammengeschlossen haben, um aus ihrer Not, aus ihrer Bedrängnis und aus ihrer Hoffnungslosigkeit sich dort hinüberzuretten, wo sie ein neues Leben erwartet. Diese Arbeitsgemeinschaft hat es verstanden, in kürzester Zeit in verschiedenen europäischen Ländern, in Südafrika und in den Vereinigten Staaten eine Tätigkeit zu entfalten. Cberall haben sich Komitees gebildet, die sich dieser Notaktion mit großem Enthusiasmus widmen. So haben wir im Laufe von 1V2 Jahren, bis Ende Juli dieses Jahres, eine Summe von 53.000 Pfund aufgebracht, einschließlich der Gelder, die von den Eltern in Deutschland in gewissen Fällen bezahlt wurden. Diese Gelder werden für die Reise, für die Ausrüstung der Kinder, für zweijährigen Unterhalt und Erziehung in Palästina verwendet. Im ersten Jahr wird ein Beitrag von je 3 Pfund monatlich an die Siedler bezahlt, im zweiten Jahre in Anbetracht der gesteigerten Arbeitskräfte der Jugendlichen 47