Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 670 (sequence 675)
- Language
- German, English, Hebrew
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im Gefängnis und in der Verbannung befinden. Der Kongreß erklärt ihnen, daß ihre Hingabe und ihre Leiden jedem Menschen in Israel in seiner Treue zu seinem Volke und seinem Bel'reiungswerk als leuchtendes Vorbild dienen. 19. DIE ZIQN1STEN IN DEN ORIENTALISCHEN LÄNDERN. Der XIX. Zionistenkongreß entbietet seine Grüße den in einzelnen Ländern dea Orients verfolgten Zionisten, die allen Schwierigkeiten zum Trotz, ihre Treue dem zionistischen Ideal bewahrt haben. Der Kongreß erhebt seine Stimme gegen die Verfolgung der zionistischen Bewegung in jenen Ländern und gegen die Erschwerung oder Verhinderung der Auswanderung der Juden aus diesen Ländern nach Palästina. Der Kongreß wünscht, daß die Exekutive dieser Frage ihre volle Aufmerksamkeit widme und alle notwendigen Schritte unternehme, um eine Besserung der Lage herbeizuführen. V. DIE LAGE DER JUDEX IX DER GAE UTK. 20. DIE ENTRECHTUNG DER DEUTSCHEN JUDEN. Der XIX. Zionistenkongreß erhebt seine Stimme gegen die systematische Entrechtung der Juden in Deutschland, deren sich immer steigernde Vehemenz die moralische und materielle Existenz der deutschen Juden untergräbt. Hand in Hand damit erfolgt eine Diffamierung des gesamten jüdischen Volkes und seiner geistigen und ethischen Kulturleistung sowie die systematische Verbreitung von Lehren und Theorien, deren Zweck es ist, die Positionen der Juden in allen Ländern zu erschüttern. Der Zionistenkongreß, der stets die Wahrung der jüdischen Ehre als eine seiner legitimen und wichtigsten Aufgaben betrachtet hat, weist im Namen des jüdischen Volkes die Diffamierung von Juden wegen ihrer Rassenzugehörigkeit als im Widerspruch stehend zu den elementaren Prinzipien der Sittlichkeit und Gerechtigkeit mit Entschiedenheit «urück. Der Protest gegen diese Entrechtung ist nicht nur Sache des jüdischen Volkes, sondern folgt aus der Verteidigung des Prinzips der Gleichberechtigung aller Völker. Der Kongreß erklärt, daß das jüdische Volk, das in mehrtausendiähriger Geschichte seine Ehre und seine Eigenart unter unendlichen Opfern gewahrt hat, niemals und unter keinen Umständen seine Ehre preisgeben wird. Es wird den Anspruch auf Gleichberechtigung der jüdischen Bürger in allen Ländern, sowie sein Recht auf Existenz als Volk unter den Völkern der Welt mit der gleichen Entschiedenheit verteidigen, mit der es entschlossen ist, seine nationale» Heimstatte in Palästina — als Lösung seiner Existenzfrage — aufzubauen. Die Judenfrag«, die heute mehr denn jo eine akute Weltfrage ist. orfordert au ihrer Lösung die Mitwirkung und die Sympathien der nichtjüdischen Welt. Der Kongreß appelliert an die Völker, dem jüdischen Volk im Ringen um die Wahrung seiner Ehre und die Sicherung seiner Existenz ihre Mithilfe zu gewähren. 21. JÜDISCHER WELTKONGRESS. Der XIX. Zionistenkongreß lenkt die Aufmerksamkeit der jüdischen Oeffentlichkeit auf die immer stärker bedrohte Lage des jüdischen Volkes in den Ländern der Diaspora, auf die ständig wachsende Gefahr der Entrechtung großer Teile des jüdischen Volkes sowohl hinsichtlich ihrer bürgerlichen Gleichberechtigung wie auch ihrer nationalen Minoritätsrechte. Der Kongreß erachtet die Zusammenfassung aller Teile des jüdischen Volkes zur Verteidigung seiner politischen Rechte und ökonomischen Existenzmögliehkeit und die Schaffung einer dazu legitimierten Repräsentanz auf demokratischer Grundlage für dringend notwendig. Der XIX. Zionistenkongreß erblickt im Jüdischen Weltkongreß die geeignete Form einer solchen Repräsentanz. Der XIX. Zionistenkongreß nimmt Kenntnis von den Bemühungen zur Organisierung des