Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 658 (sequence 663)
- Language
- German, English, Hebrew
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658 2 j. Kongreß-Sitzung: Schlußreden datarmacht zu kooperieren, soweit es mit unseren zionistischen Prinzipien zu vereinbaren ist. Ich glaube, wir dürfen sagen, daß infolge der Arbeit und der Leistungen im Lande ein tieferes und besseres, wenn auch noch nicht vollständiges Verständnis für unsere Ziele in den Kreisen der englischen und palästinensischen Regierung vorhanden ist. Und ich will Sie nochmals erinnern — es ist meine Pflicht, das zu tun —, daß wir trotz der zeitweiligen Schwierigkeiten, die wir mit der Mandatarmacht haben, nicht vergessen sollen, daß die britische Regierung und das britische Volk uns möglich gemacht haben, mit der Arbeit in Erez Israel in ihrer modernen Form weiterzukommen. Es wird immer eine Unzulänglichkeit bestehen zwischen dem Notwendigen und dem Möglichen. Für diese Unzulänglichkeit ist keine Fxekutive verantwortlich, das liegt in der Natur der Zeiten, das ist nicht nur bei unserem Volk, das ist auch bei anderen Völkern so, auch wenn es uns viel schmerzlicher und viel tiefer trifft. Wir stecken, glaube ich, jetzt in den allergrößten Schwierigkeiten, die einem begegnen, wenn man aus der Periode der Organisierung und der theoretischen Begründung seiner Ansichten zur Periode der Verwirklichung schreitet. Eine Verwirklichung erfolgt langsam, ist mühsam, ist schmerzlich, ist schwierig. Und diese Schmerzen macht jetzt das neue Palästina, da* in der neuen Form kaum 15 bis 16 Jahre alt ist, das unter einem ungeheuren Druck von Sorgen und Leiden zu arbeiten hat, diese Schwierigkeiten macht jetzt das Land durch und wir mit ihm. Wir können manches uns selber erleichtern und ich glaube, der Schritt der Einigung, der jetzt gemacht wurde, ist eine Erleichterung und wird eine immer größere Erleichterung werden. Manches hängt ab von Faktoren, über die wir keine Gewalt haben. Wir treten langsam aus dem Stadium der Amateure, die wir vor einigen Jahren noch waren, in das Stadium der geprüften, erfahrenen Baumeister. Wir haben einen unserer Besten, trotz seiner 25 Jahre Arbeit, noch immer vorgespannt; er möge weiter bauen, und Ruppin wünschen wir Glück in dieser neuen Arbeit (lebhafter Beifall), der Arbeit des Planens und der wirtschaftlichen Erforschung der Grundlagen des Aufbaues. Denn man kann heutzutage nur weiterkommen, wenn man mit allen Mitteln der Wissenschaft den Aufbau weiter fördert. In dieser Beziehung möchte ich einen Wunsch aussprechen: vielleicht eine der edelsten Aufgaben der Leitung wird es sein, alle wissenschaftlichen Kräfte, die heute in Fülle im Lande sind und ihm noch weiter zuströmen, zu organisieren und für den Aufbau des Landes zu benutzen, alle die Kräfte, die Institutionen, die manchmal noch in embryonalem Zustande vorhanden sind, die aber noch zu mächtigen Instrumenten, viel mächtigeren, als manche zerstörenden Instrumente es sind, gemacht werden können im Dienste des Aufbaus. Der politische Führer ist nichts anderes als ein Feger, ein Straßenfeger. Er kann nur versuchen, Steine, die Hindernisse bilden, vom Wege wegzufegen. Die anderen werden diesen Weg beschreiten. Unser Weg ist noch immer ein schmaler, aber er wird durch unsere Arbeit immer breiter und breiter. Wir beginnen unsere Arbeit im Zeichen schwerer Sorgen, schwerer Sorgen für^ das Bestehen großer jüdischen Gemeinschaften, schwerer Sorgen internationaler Natur. Unsere Arbeit hängt vom Frieden in der Welt ab. Und «h glaube, daß es keinen in diesem Saale «ibt, der nidtt innerlich lehn*