Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 657 (sequence 662)
- Language
- German, English, Hebrew
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Goldmann, Weizmann 657 sehen zu seiner neuen Arbeit. Mögen ihm noch viele Jahre fruchtbarer Arbeit gegönnt werden, und ich hoffe, daß er uns, der neugewählten Exekutive und dem neugewählten Präsidenten die Vorzüge seiner Erfahrung und seiner Weisheit nicht versagen wird. (Lebhafter Beifall) Meinem Freunde Locker, der diese Exekutive verläßt, wünsche ich Glück für seine Arbeit, jetzt, wo er wieder in den Reihen steht. Ich hatte die Möglichkeit und die Gelegenheit, ihn bei der Arbeit zu sehen, und ich kann nur sagen: Locker ist jung, er wird zu uns bald wiederkommen. (Lebhafter Beifall) Ich danke den Majoritäts- und den Minoritätsparteien, die durch ihre mustergültige Haltung während des Kongresses — manchmal, wie ich gehört habe, zu mustergültig — es dem Präsidenten erlaubt haben, den Kongreß mit einer verhältnismäßig kleinen Anspannung der Kräfte zu Ende zu führen. Für mich war die Haltung gerade der Oppositionsparteien ein Zeichen unserer politischen Reife und des bedeutenden Fortschrittes. Ich wünsche der Oppositionspartei, daß sie einmal zur Regierungspartei wird. Vielleicht wird sie dann sehen, daß diese Unterschiede, welche nur daraus fließen, daß bei einem die Geduld länger dauert und beim anderen kürzer, nur Unterschiede in der Geduldintensität, nicht im Wesen der Sache sind. Und so hoffe ich, daß die Oppositionsparteien die Rolle freundlicher Kritiker der Arbeit spielen werden. Geehrter Kongreß! Es ist üblich, in dieser letzten Ansprache das zu summieren, auch zu resümieren, was der Kongreß geleistet hat. Ich werde dieser Tradition nicht folgen, erstens weil einige Redner es zum Teil schon getan haben, und zweitens, weil ich nicht wieder der Tradition folgen will, den Kongreß um 2 oder 3 Uhr morgens zu beenden. Ich mochte ihn noch in einer halbwegs frühen Stunde zu Ende führen. Aber eine Tatsache vielleicht kann diesen Kongreß als einen bedeutenden bezeichnen, und das ist die Einigung, die Brücke, die zwischen zwei Welten auf diesem Kongreß geschlagen wurde, mit einer Toleranz und einem Entgegenkommen, für das beide Seiten zu beglückwünschen sind. Ich hoffe, daß das seinen Stempel dem Leben im Jischuw aufdrücken wird. Es gibt im Judentum einen großen Teil — ich will ihn nicht messen —, der so eingestellt ist wie unsere Freunde im Misrachi. Sie haben ihren Beitrag zum Aufbau zu geben, und sie geben ihn und sie sollen ihn geben können unter Bedingungen, unter denen sie das Beste leisten können. Ich hoffe, daß diese Bedingungen heute für sie gegeben sind, nicht nur, wie Ussischkin sagte, auf dem Papier, sondern daß sie im Leben sich verwirklichen werden. Und die Majoritätspartei der Arbeiter, die, ich sage es offen, mir nahesteht und der ich nahe stand, hat bewiesen, daß sie die konstruktiven Kräfte werten kann, die sich im Misrachi und im religiösen Judentum bergen. Es ist auch üblich, etwas über die politische Lage zu sagen. Was den Kongreß ausgezeichnet hat, ist eine Reihe von Resolutionen positiver Natur, die zur Grundlage der Politik, die wir zu leiten haben, werden können. Auch eine schwerwiegende, weitgehende und durch große Tragweite charakterisierte Resolution der Gegnerschaft gegen den Legislative Council wurde hier gefaßt. Ich will hoffen, daß diese Gegnerschaft, in die wir gedrängt wurden, sich nur auf dieses Gebiet beschränken wird, daß wir auf anderen Gebieten versuchen werden, wie wir es bis jetzt getan haben, mit der Man- 42