Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 655 (sequence 660)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ussischkin 655 keit dieser Einigung herbeigeführt werden. Eure Taten, meine Freunde von der Exekutive, werden euch der Einigung näher bringen, die das Volk erhofft. Ich glaube an euch, weil ihr alle ergebene Zionisten seid, möget ihr auch verschiedenen Parteien angehören. Ich grüße unseren neuen Präsidenten, der jetzt durch vier Jahre gleichsam in der Golah war. Trotzdem war er der Repräsentant des Volkes. Bei aller Verschiedenheit der Meinungen, die unter uns bestehen, weiß ja doch jeder von uns, wo immer er stehen mag, daß er ein ergebener Diener der Organisation ist und sich allen ihren Forderungen unterwerfen muß. Ich wende mich jetzt an jene, die uns verlassen haben und sich in einigen Tagen in Wien versammeln werden. Sie haben sich gegen Vater und Mutter versündigt. Ein Haus, an dem man vierzig Jahre gebaut hat, verläßt man nicht dieser oder jener Anschauung wegen. Wir haben nur eine Zionistische Organisation. Wir haben heute einen neuen Präsidenten gewählt. Er kann sicher sein, daß die Zionisten, die verstehen, was Verantwortlichkeit heißt und was der „Staat unterwegs" bedeutet, den Befehlen gehorchen werden, die er uns im Namen des Kongresses erteilen wird. Seine Pflicht ist es, auf alle Teile der Organisation zu achten, nicht nur Lehrer und Führer, sondern auch Schüler der ganzen Organisation zu sein, das lebendige Empfinden und Fühlen zu verstehen, das in allen Teilen unserer Millionenorganisation existiert. Bei deinem gesunden Gefühl wirst du es verstehen, den richtigen Weg zu finden, und dann wird deine Präsidentenschaft für dich das größte Aktivum sein. Politische Erfolge sind Sache des Glücks, nicht des Talentes. In unserem Lager war dieser Mann (zeigt auf das Herzl-Bild), ein großer Mann, an dessen politischer Begabung niemand zweifelte, aber er hat politisch nichts erreicht. Nicht er war daran schuld, sondern die politische Konjunktur. Was man vom Führer verlangen kann, ist, daß er im Innern Erfolg habe, daß die ganze Organisation, das Ganze an ihn gebunden ist, daß er das wahre Symbol des Strebens des Volkes bildet. Wir hatten eine Exekutive mit einer Mehrheit der Linken, und sie hat große moralische Kraft bewiesen, nicht nur weil sie eine geeinte Körperschaft ist. Sie hatte die legale und moralische Möglichkeit, eine einseitige Leitung zu schaffen. Sie hat es nicht getan, sie hat sich selbst besiegt. Der gesunde Instinkt dieser Menschen, ihre Liebe und Hingabe forderten von ihnen manchen Verzicht auf die Äußerungen ihrer Macht. Es is: ihnen gelungen, die Kräfte des ganzen Volkes zu gemeinsamer Arbeit zu vereinigen, und wir haben ihnen zu danken. Sie haben mich geehrt, indem Sie mich zum Präsidenten des Aktionskomitees und zum Nachfolger unseres Motzkin machten. Ich habe dieses Amt angenommen, nicht angenommen habe ich die Berufung in die Exekutive. Es sind zwölf Jahre her, daß ich aus der Exekutive ausgetreten bin — oder richtiger, daß man midi hinausgewählt hat — und während dieser zwölf Jahre habe ich, wie ich glaube, ein Beispiel gegeben, wie jemand, der auf Gedeih und Verderben mit der Zionistischen Organisation verbunden ist, für die Bewegung arbeiten muß. Heute hat man midi zum Vorsitzenden des A. C. gemacht, mit dem Rechte, an den Sitzungen der Exekutive teilzunehmen. Eine Aufgabe sehe ich für midi in der Exekutive, der richtige