Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 631 (sequence 636)
- Language
- German, English, Hebrew
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Goldmann, Shertok, Glückson 631 Eintreibung von Steuern, der Durchsetzung einer entsprechenden Beteiligung der örtlichen Kehilloth an seinem Budget sowie der Vervollkommnung des organisatorischen Aufbaues der Knesseth Israel. Antrag H wird einstimmig angenommen. BERICHTERSTATTER Dr. GOLDMANN: Wir kommen zu Antrag I betreffend Sabbathruhe. Ich verlese den Antrag (liest): I. SABBATHRUHE. Der Kongreß appelliert an die Palästinaregierung, den jüdischen Beamten und Arbeitern, die in Staatsanstalten und bei öffentlichen Arbeiten beschäftigt sind, die Sabbathruhe zu ermöglichen. Ebenso fordert der Kongreß die Palästinaregierung auf, den jüdischen Stadträten und Ortsausschüssen bei der Festsetzung von Hilfsgesetzen für die Einhaltung der Ruhe am Sabbath als öffentlichem Ruhetag in ihrem Bereich zu helfen. Dr. MOSCHE GLÜCKSON (Weltverein. Allg. Zion., Lettland — spricht hebräisch): Ich beantrage, statt des Wortes „Sabbathruhe" die Worte „Sabbath- und Feiertagsruhe" zu setzen. BERICHTERSTATTER Dr. GOLDMANN: Ich schließe mich diesem Antrage namens der Organisationskommission an. Antrag I wird darauf samt dem von Dr. Glückson vorgeschlagenen Zusatz einstimmig angenommen. BERICHTERSTATTER Dr. GOLDMANN: Bevor ich zum Abschnitt „Die Zionisten in Rußland" komme, möchte ich noch darauf hinweisen, daß die Kommission zu einigen anderen Punkten Anträge hat, die sie der Exekutive als Material überweist. Die Resolution über die Zionisten in Rußland berührt ein tragisches Problem, zu dem schon manche Zionistenkongresse ihren Standpunkt zum Ausdruck gebracht haben. Die Tatsache, daß im heutigen Sowjetrußland jüdische Menschen verfolgt und verbannt werden, nur weil sie Zionisten sind, ist ein Faktum, mit dem wir uns nicht abfinden können. Dieser Protest sowie auch unsere dauernde Bemühung um Abhilfe bedeutet keinerlei Stellungnahme zu allgemeinen politischen Fragen oder zur Frage des russischen Regimes. Wir glauben, daß wir unter jeder Form irgend eines Regimes den Anspruch haben, als Juden zu leben und unser zionistisches Ideal zu betätigen. Wir glauben, daß es keineswegs ein Ausfluß irgend welcher allgemeiner Richtlinien der sowjetrussischen Politik sein muß und daß es dem heutigen Regime auch keinen Ruhm bringt, die Zionisten in der bekannten Weise zu behandeln. Wir hoffen — und wir werden die Hoffnung ebensowenig; aufgeben wie unsere Bemühungen auf ihre Verwirklichung —, daß die führenden Kreise des heutigen Rußland selbst einsehen werden, es liege auch im Interesse Rußlands, diese Haltung den Zionisten gegenüber zu ändern. Ich halte es für meine Pflicht, dies zu sagen, und ich glaube, daß ich den Gefühlen des Kongresses Ausdruck gebe, wenn ich diese Worte der Resolution vorausschicke, die unsere Sympathie mit unseren verfolgten Brüdern in Rußland zum Ausdruck bringt. Wenn diese Resolution die Treue dieser verfolgten Zionisten als ein Vorbild bezeichnet, so glauben wir damit, den elementaren Gefühlen der zionistischen Bewegung Ausdruck gegeben zu haben. (Beifall.)