Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 569 (sequence 574)
- Language
- German, English, Hebrew
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569N Einundzwanzigste Kongreß-Sitzung. Montag, 2. September 1935, abends. Beginn der Sitzung: 21 Uhr 40 Min. Vorsitz: Vizepräs. Ing. S. Kaplansky. BERICHT DER BUDGET- UND FINANZKOMMISSION. VORS. VIZEPRÄS. ING. S. KAPLANSKY (spricht hebräisch): Auf der Tagesordnung steht heute der Bericht der Budget- und Finanzkommission. Das Wort hat als Berichterstatter Herr I. Feuerring. BERICHTERSTATTER ISAAC FEUERRING (Deutschland — spricht deutsch): Der Berichterstatter, der über die Verhandlungen der Budget- und Finanzkommission dieses Kongresses zu berichten hat, hat vor allem die angenehme Pflicht, auf einen fundamentalen Unterschied gegenüber den Budgets fast aller Kongresse der Nachkriegszeit hinzuweisen. Jahraus, jahrein stand das Budget der Zionistischen Organisation unter dem Drucke eines bedeutenden Defizits, das jede planmäßige Finanzdisposition für die kommende Periode unmöglich machte. Aus den erwarteten Eingängen mußte ein beträchtlicher Teil für die Schuldenzahlung reserviert werden, so daß die ohnehin schon geringe disponible Summe wesentlich reduziert wurde. Auf dem XVIII. Kongreß waren wir so bei einem Budget von 175.000 Pfund angelangt, von dem noch ein Teil zur Deckung der Schulden abgezweigt werden mußte. Ein großer Teil der Zeit und der Aufmerksamkeit der Exekutive wurde in diesen Jahren von den prompten Kassenbedürfnissen der Organisation in Anspruch genommen. Es muß hervorgehoben werden, von welch überragender Bedeutung es für unsere zukünftige Arbeit ist, daß wir dank der bekannten Anleihettansaktion der Exekutive jetzt über dieses Stadium hinaus sind. Dabei muß besonders unterstrichen werden, daß die Abtragung der aufgelaufenen Schulden auf einen langen Zeitraum verteilt ist, daß nach Lage der Dinge unser Budget zwar davon noch immer stark berührt, aber keineswegs mehr entscheidend beeinflußt wird. Wir sollten uns die Bedeutung dieser Wandlung mit allem Ernst klarmachen, damit einfür allemal die Rückkehr zu den Finanzmethoden früherer Jahre als ausgeschlossen angesehen werden kann. Der Kongreß hat es in der Hand, für alle Zukunft seine Finanzpolitik so zu handhaben, daß aus ihr Gefahren für die Kontinuität und die Planmäßigkeit der zionistischen Arbeit nicht mehr entstehen. Der Exekutive gebührt unser aufrichtiger Dank dafür, daß sie durch eine Reihe von einsichtigen Beschlüssen, wie z. B. Basierüng der Einnahmen der kommenden Finanzjahre auf den Ergebnissen der Eingänge im abgelaufenen Jahr, ferner Errichtung einer großen Reserve für Notzeiten und schließlich durch die Verbreitung der Erkenntnis von der Bedeutung eines geregelten Budgetablaufes in solchen Kreisen, die vielleicht nicht immer bereit waren, diese Bedeutung genügend zu würdigen, den jetzigen Zustand ermöglicht hat.