Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 555 (sequence 560)
- Language
- German, English, Hebrew
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Dobkin, ]. Schwarz, I. Grünbaum, Szczupakiewicz, Lawi 555 Chaluzim aus europäischen Ländern nach Palästina einwandern lassen, aus Canada und Amerika aber nicht? Wollen wir einem Chaluz aus Canada, der aus Idealismus nach Palästina gehen will, hierzu die Möglichkeit nehmen, nur weil er nicht hebräisch lernen konnte? Ich schlage vor, den Kommissionsantrag abzulehnen. IZCHAK GRÜNBAUM (Mitgl. d. Exek. — spricht hebräisch): Es handelt sich hier nicht um ein Bildungsexamen, und man kann nicht Palästina mit Amerika und Canada vergleichen. Vor uns steht der Aufbau eines Volkes und Landes. Für unsere Situation gibt es kein Beispiel in der Geschichte der Völker und Sprachen. Bei allen anderen Völkern kennt jeder Volksgenosse die Volkssprache; wenn mancher sie vielleicht auch nicht lesen und schreiben kann, sprechen kann doch jeder in ihr. Bei uns dagegen gibt es Menschen, die von Hebräisch keine Ahnung haben. Wir müssen danach streben, daß in Palästina, das wir aufbauen wollen, unter den Juden die hebräische Sprache zur Herrschaft gelangt und nicht ein Sprachenbabel entsteht. In der Zeit einer Masseneinwanderung muß naturgemäß bereits in der Diaspora das Schwergewicht auf die Beherrschung der hebräischen Sprache gelegt werden. Wenn wir nicht einen hohen Prozentsatz von Menschen nach Palästina bringen, die Hebräisch können, wird die hebräische Sprache nicht zur Herrschaft gelangen. Als nur einige Tausende jährlich nach Palästina kamen, konnten wir uns darauf verlassen, daß der Jischuw sie zwingen werde, Hebräisch zu lernen. Heute, wo Zehntausende jährlich ins Land kommen, dürfen wir uns nicht auf den Jischuw allein verlassen. Ich schlage also vor, den Antrag der Kommission anzunehmen. E. SZCZUPAKIEWICZ (Arb., Polen — spricht jüdisch): Ich möchte meinen Antrag mit einigen Worten begründen. Wir verteilen die Zertifikate an verschiedene Kategorien. Für eine von ihnen, die Chaluzim, die sich in den Hachscharah-Kibbuzim vorbereiten, brauchen wir keinen besonderen Beschluß betreffend die hebräische Sprache. Sie kümmern sich selbst darum. Hinsichtlich der zweiten Kategorie, der Handwerker, hat die Exekutive keine große Wahl. Sie muß die Kandidaten bestätigen, die von den Arbeitgebern angefordert werden, auch wenn sie in zionistischer Hinsicht für Palästina nicht geeignet sind. Das gleiche gilt, wenn sie nicht genug Hebräisch können. Meines Erachtens reicht es daher aus, zu sagen, daß diejenigen, die Hebräisch können, bevorzugt werden. Dagegen sollte man solchen Leuten, die keine Möglichkeit hatten, Hebräisch zu lernen, die Einwanderung nicht ganz unmöglich machen. Solch eine Erschwerung der Einwanderung hat noch kein Land eingeführt. Würde denn das Einwanderungsdepartement z. B. den Dutzenden von Kongreßdelegierten, die noch kein Hebräisch können, die Einwanderung nach Palästina unmöglich machen wollen? Man soll sich also mit einer Bevorzugung der Hebräisch sprechenden Kandidaten begnügen. S. LAWI (Arb., Erez Israel — spricht hebräisch): Was würde z. B. geschehen, wenn wir einen besonders großen Schedule erhalten, für Polen 10.000 Zertifikate bewilligen und unter den Einwanderungskandidaten nur 8000 haben, die Hebräisch können? Ich schlage also vor, daß wir uns mit einer Bevorzugung der Hebräisch sprechenden Kandidaten begnügen.