Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 548 (sequence 553)
- Language
- German, English, Hebrew
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548 7^. Kongreß-Sitzung: Beriebt der Einwanderungskommission Lande, und sie leben in Palästina unter dem Zwang, von ihren Familien getrennt zu bleiben. Diese unhumane Beziehung zu diesen Menschen ist meines Erachtens eine schwere Verletzung unserer Rechte und der Rechte von Tausenden von Juden, die in Erez Israel eine Existenzmöglichkeit gefunden haben. Wir müssen von der Palästinaregierung die Legalisierung dieser Touristen verlangen. Die politische Kommission wird zu dieser Frage weitere Erklärungen abgeben. Unter den Anträgen, die der Alijahkommission vorgelegt wurden, waren Forderungen aus den verschiedenen Ländern der Galuth wegen einer bevorzugten Behandlung der Alijah von Juden aus den einzelnen Ländern. Es kamen die deutschen Zionisten, es kamen die Vertreter aus Jemen, es erschienen die Vertreter der Juden aus Karpathorußland und der Slowakei, Saloniki und Österreich, es kamen ferner die Vertreter der jüdischen Gemeinden im Orient, Buchara, Afghanistan und andere. Es war ein Aufmarsch der jüdischen Verfolgungen und Sorgen in der ganzen Welt. Wir sahen keine Möglichkeit, dem Kongreß Einzelbeschlüsse über die Juden der einzelnen Länder vorzuschlagen, die alle in der Wanderung nach Palästina die einzige Rettung sehen. Wir haben es für notwendig erachtet, uns diesmal mit dem einen Beschluß betreffend die Alijab der russischen Juden zu begnügen. Nur etwas über hundert Einwanderer sind in diesem Jahre einer Einwanderung von 60.000 Juden aus Rußland gekommen und wir erachten es für unsere Pflicht, gerade dieses Kapitel der jüdischen Verfolgungen herauszugreifen und die Forderung auf Erleichterung der Einwanderung aus Rußland aufzustellen. Das besagt natürlich nicht, daß wir die Forderungen anderer Länder nicht in genügendem Maße einzuschätzen verstehen. Eine kurze Einleitung zur Frage der Aufteilung der Einwanderung- Zertifikate auf die verschiedenen Kategorien! F^ scheint mir — und dies war die allgemeine Auffassung aller Mitglieder der Alijahkommission —, daß es in dieser Alijahperiode keinen Platz für unorganisierte, anarchische Einwanderung geben kann. Es war uns klar, daß wir bei einer Einwanderung von 60.000 Juden jährlich gezwungen sind, die negativen Erscheinungen, in denen sich diese Alijah auswirkt, zu verzeichnen. Noch vor vier Jahren hatten wir einen landwirtschaftlichen Jischuw, der 25% der gesamten Judenheit Palästinas ausmachte. Dieser landwirtschaftliche Jischuw war die große Leistung des Zionismus, wir waren stolz darauf, daß ein Viertel der Juden in Erez Israel in den Kolonien und landwirtschaftlichen Siedlungen lebt. Jetzt, nach den vier Jahren der großen Alijah, in denen wir etwa 200.000 Juden nach Erez Israel gebracht haben, der Jischuw sich also verdoppelt hat, ist der Prozentsatz der in der Landwirtschaft beschäftigten Juden sehr stark zurückgegangen und wird heute nur auf 14%, vielleicht sogar noch niedriger geschätzt. Ich will noch erwähnen, daß wir heute in Palästina nur etwa ein Fünftel des Bedarfes an landwirochafth'chen Produkten in unseren Wirtschaften selbst produzieren. Während der Jischuw sich verdoppelt hat, ist unser Bodenbesitz nur um 12% gestiegen. Die Schlußfolgerungen sind klar: es sind große Pionieranstrengungen in Erez Israel notwendig, damit wir wiedergewinnen, was uns verloren ging, damit wir die alten Positionen wieder besetzen und neue Positionen m der Landwirtschaft, Polizei, in den Häfen, bei den öffentlichen Arbeiten und bei