Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 500 (sequence 505)
- Language
- German, English, Hebrew
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500 /£. Kongreß-Sitzung: Referat und Debatte über Kulturfragen ewig Geld geben werden? Man muß erst vorbereiten, man muß für den Keren Kayemeth und Keren Hajessod erziehen. Wir stehen vor der Tatsache, daß die Galuth von ihrer alten Kämpfern für das Kulturwerk durch Auswanderung nach Palästina entblößt wird. Was wird in 10 Jahren sein? Man darf nicht Raubbau treiben. Man darf nicht arabische Wirtschaft in der Galuth einführen. Wenn man von der Galuth etwas bekommen will, muß man ihr auch etwas geben und muß man sie zu ständigem Geben erziehen. Das ist das Problem der hebräischen Kultur und Erziehung in der Galuth. Deswegen kamen wir mit den beiden Vorschlägen, die wir von Bogratschoff im Namen des Brith Olamith Iwrith gehört haben. Der erste dieser Vorschläge handelt von der Schaffung eines Kultur- und Erziehmvis- Departements bei der Exekutive. Ich wundere mich sehr über die Worte Dr. Mossinsons, welcher sagte, daß man die Schaffung dieser Abteilung noch wohl überlegen müsse. Er hat vergessen, daß wir die Errichtung dieser Abteilung schon auf zwei aufeinander folgenden Kongressen verlangt haben. Auf dem 16. Kongreß wurde die Schaffung der Departements beschlossen, das gleiche geschah auf dem 17. und 18. Kongreß, aber noch besteht d.is Departement nicht, weil das Verständnis dafür fehlt. Das Departement muß geschaffen werden, wir müssen das Budget dafür bewilligen. Uber den dritten Fonds will ich nicht ausführlich sprechen. Ich weiß noch nicht, in welcher Form er geschaffen werden wird, in der Form eines FoivJ> des Brith Olamith Iwrith oder in der Form eines Fonds der Zionistischen Organisation, aber er muß geschaffen werden. Wenn wir tatsächlich Bialik ein Denkmal errichten wollen, dann muß ich sagen, daß das Bialik-Institut nicht das richtige Denkmal ist, weil es ein Institut nur für Palästina und nur für Literatur ist. Es ist nur ein Stein für das stolze Denkmal, das wir Bialik setzen müssen. Nur durch die Errichtung der beiden Institutionen, d'e ich genannt habe, wird es uns gelingen, wenigstens in den nächsten Jahren aus dem auf uns lastenden Druck herauszukommen und der jüdischen Kultur in Erez Israel und in der Galuth neues Leben einzuflößen. (Beifall) VORS. VIZEPRÄS. JOSEF SPRINZAK: Wir haben noch mehrere Redner anzuhören, können aber die Debatte nicht in einem leeren Saal fortsetzen. Das Präsidium wird über die Fortsetzung der Debatte noch beraten. Dann muß das Schlußwort des Referenten kommen. Bevor ich die Sitzung schließe, erteile ich Herrn Weinstein zu einer kurzen persönlichen Erklärung das Wort. BARUCH WEINSTEIN (Judenst., Erez Israel — spricht hebräisch): Die Antwort des Herrn Ben-Gurion, aus der nicht klar hervorging, ob die Zionistische Organisation der Regierung Hitlers ein Beileidstelegramm geschickt hat oder nicht, enthielt eine schwere persönliche Beleidigung gegen meine Freunde und mich. Ben-Gurion deutete an und sagte es dann deutlich, daß idi persönlich und meine Freunde in gewissen Beziehungen zu dem Journalisten stünden, der die Information im „Pariser Tagblatt" veröffentlicht hat. Ja, noch mehr, er betonte, diese Information sei von unserer Seite inspiriert worden. Ich erkläre, daß diese Worte des Herrn Ben-Gurion eine Lüge sind. ******