Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 463 (sequence 466)
- Language
- German, English, Hebrew
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Wcxzmann 463 geziemt e|s uns, an diese Tragödie zu denken, mit unserer Arbeit in breiterer und intensiverer Form weiterzugehen. Wenn in dieser späten Stunde noch ein Wort des ürostes gesagt werden soll, so ist es das, daß wir bei allen Schwierigkeiten, bei allen Schwächen' unserer Arbeit in Palästina, bei aller scharfen Kritik, die unsere Freunde und Feinde an dieser Arbeit üben, ein Stück weiter gekommen sind, ein großes Stück. Und wenn wir unser Werk messen und es mit dem Maßstab der Kolonisation großer Völker vergleichen, die ausgerüstet sind mit allen Machtmitteln der Finanzen, Armeen und Flotten — glaube ich nicht — ganz objektiv gesprochen — daß, sogar an diesem Maßstab gemessen, unsere Kolonisation und unsere Leistungen kleiner sind als die großer Völker. Denken Sie an die Kolonisation von England und Kanada seit dem Kriege. Di« Kolonisten kommen von einem englischen Land in ein anderes, sie brauchen sich nicht um Dunam von Boden zu streiten, es gibt^Iort Land kilometer-, meilenweit, Hunderte, Tausende von Qr^jääfcneilen. Und berechnen Sie, wieviel Menschen aus diesem gr«)ßen Lande gekommen sind. Hinter diesen Kolonisten stand nicht ein armseliger Keren Hajessod oder Keren Kayemeth, sondern die Kasse des englischen Schatzmeisters — und sogar in den besten Jahren des Keren Hajessod ist unsere Kasse kleiner als die des englischen Schatzmeisters (Heiterkeit). Die Kolonisten wurden mit offenen Armen empfangen, sie wurden geleitet, hatten Erfahrung und brauchten nicht so armselig vorzugehen wie wir. Trotzdem — gemessen an der Qualität, der Leistung, sogar dem Kostenpunkt, wenn Sie die Verträge unserer Kolonisten mit den Verträgen der englischen Kolonisten in Kanada vergleichen — haben wir uns nicht nur nicht zu schämen, sondern können stolz sein auf unsere Leistung. Es ist eine Leistung voll von Fehlern, die man kritiW sieren kann, und ich tat es auch. Aber geschichtlich gesehen, gemessen an den Leistungen anderer, hat unser armseliges, amateurhaftes und in der Kolonisation ungeschultes Volk etwas geschaffen, wovor die Welt heute voll Achtung steht. Noch etwas — und damit komme ich zum Schluß: Unsere Kolonisation ist gemacht worden, ohne einen Schuß abzufeuern, ohne unser Heim auf dem Rücken anderer gebaut zu haben. Wir haben Sümpfe und Sand und Malariagegenden neu belebt und neu bearbeitet. Und es ist nicht wahr, nein, es ist nicht wahr, daß wir die Araber entwurzelt haben. Wir haben sie nicht entwurzelt, wir haben ihnen den Weg gezeigt zu einem besseren Leben und wir werden es auch weiter tun? bis sie verstehen werden, daß unsere Interessen zur Belebung des flottieren Orients sich decken und gemeinsam sind und durchgeführt werden auf Grund eines starken jüdischen Palästina. Wie schwer, wie gefährlich, wie steinig der Weg sein mag, wir werden ihn gehen. Die Mandatarmacht kann es uns leichter machen und kann es uns schwerer machen, die inneren Zwistigkeiten können unseren Kongreß um zwei Tage verlängern oder um einen Tag verkürzen — die Arbeit geht weiter. Und sogar neue Wiener Kongresse werden die Arbeit nicht stören. Das sind Episoden, die am Felsen der Ewigkeit zer-