Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 429 (sequence 432)
- Language
- German, English, Hebrew
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429 Fünfzehnte Kongreß-Sitzung. Dienstag, 27. August 1935, abends. Beginn der Sitzung: 20 Uhr 30 Min. Vorsitz: Präs. Dr. Ch. Weizmann. SCHLUSS DER GENERALDEBATTE. M. REGALSKY (Arb., Argentinien — spricht jüdisch): Ich habe die Ehre und das Vergnügen, dem hohen Kongreß Grüße von Tausenden von Zionisten in dem weiten Südamerika zu überbringen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Zionistenkongresse ist der zionistische Sozialismus, sind die Freunde der Arbeit in Erez Israel als Repräsentanten von Südamerika auf dem Kongreß erschienen. Wir haben einen vollständigen, geradezu triumphartigen Sieg auf dem ganzen südamerikanischen Kontinent errungen. Die Republik von Chile ist durch Ben-Gurion vertreten, der 85 Prozent aller Stimmen erhalten hat, Brasilien durch Dr. Juris, und meine Wenigkeit vertritt den Arbeiter- Zionismus von Argentinien, Uruguay und Paraguay. Unser Sieg war nicht leicht, doch haben uns die großen Taten der Eexkutive dazu verholfen. Wenn ich legal so nur im Namen der Arbeiterzionisten Südamerikas spreche, bringe ich doch den Gruß und die Wünsche von ganz Südamerika für Frieden und Einheit. Wo mein Schiff hielt, begleiteten mich die Wünsche der Juden und ihre Bitten, ihnen die Nachricht vom Frieden in der Bewegung zu bringen. Diese Wünsche übermittle ich Ihnen, meine Herren auf den Sitzen des Misrachi. Meine Anwesenheit auf dem Kongreß hat gewissermaßen symbolische Bedeutung. Ich bin von Argentinien entsendet, vom selben Argentinien, das einmal die Konkurrenz für Erez Israel sein sollte5. Symbolische Bedeutung aber hat es auch deshalb, weil gerade die jüdischen Siedler der Kolonien in Argentinien am stärksten den Zionismus, seine Führer und das arbeitende Palästina schätzen und verehren. Die Namen Weizmann und Sokolow werden bei ihnen verherrlicht. Und wenn ich auf dieser Tribüne stehe, fühle ich das innere Bedürfnis, zu konstatieren, daß in der historischen Diskussion zwischen Baron Hirsch und Herzl «dieser gesiegt hat. Hätte ich nicht Scheu vor der rhetorischen Geste, so würde ich mich (auf das Herzl-Bild auf der Rückwand der Kongreßtribüne weisend) zu dem großen Schatten an der Wand wenden und sagen: „Du, der Du im Leben der König der Träumer, warst, Du hast in Deinem Volke gesiegt!" Ich will nur einer gewissen Stimmung Ausdruck geben. Hier hat man Herrn Stricker stark kritisiert. Ich muß jedoch bekennen: das, was er vorgebracht hat, war durchaus parlamentarisch. Wir brauchen die Judenstaats-Idee, wir wollen sie. Aber die Judenstaats-Idee ist runsere Idee, dort (auf die Linke deutend) sitzen die einzigen Juden-