Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 400 (sequence 403)
- Language
- German, English, Hebrew
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400. 14. Kongreß-Sitzung: Generaldebatte Auch wir sind keine Stiefkinder des Volkes. Wenn wir für die einzelnen Teile des Volkes nicht rechtzeitig sorgen, werden sie verloren gehen. Alle Teile des Volkes rufen jetzt nach Einheit, ohne die der Zionismus nicht bestehen kann. Leider aber beschäftigen wir uns zu viel mit inneren Streitigkeiten und denken nicht genug an die großen Aufgaben, die uns die Stunde auferlegt. So paßt auf uns der Vers GabiroLs: „Aller Ziel ist Zion, aber das Volk ist blind und trotz gemeinsamen Strebens irrt es vom Wege ab!'4 Dabei stehen Feinde rings um uns, unser Volk ist in Gefahr. Vor uns liegen zwei Wege: der eine Bruderhaß und Bruderfeindschaft, der andere — Rettung des Volkes und Erlösung des Landes. Wählet den richtigen Weg! (Beifall,) MOSCHE KOLODNY (Weltverein. Allg. Zion., Polen — spricht hebräisch): Ich habe nicht die Absicht, hier über Dinge zu sprechen, die bereits ausführlich besprochen wurden, sondern möchte nur eine Sache hervorheben: die Chaluz-Bewegiing befindet sich zur Zeit in schwieriger Lage, und das verpflichtet den Kongreß und die Zionistische Organisation zu außerordentlichen Maßnahmen. Der Kongreß darf sich nicht mit schönen Worten begnügen, er muß durch Taten beweisen, daß er es ernst mit der Chaluziuth meint, Beschlüsse in dieser Richtung fassen und ihnen zur Durchführung verhelfen. Von dieser Tribüne hörten wir vieles über die Aufgabe der Chaluz bewegung. Den Worten muß aber auch die Tat folgen: der Kongreis muß beschließen, daß in Anbetracht der Bedürfnisse der Aufbauarbeit in Erez Israel, in Anbetracht der Bedürfnisse unserer Landwirtschaft in Palästina, 60 Prozent der Zertifikate an Chaluzim verteilt werden (Stürmischer Beifalt links). Heute erreicht die Alijah der Chaluzim kaum 40 Prozent der gesamten Einwanderung, die wir doch auch in Betracht ziehen müssen. Das ist ein unhaltbarer Zustand; der Kongreß muß Maßnahmen treffen, daß die Alijah der Chaluzim größer wird, und die Exekutive verpflichten, diese Beschlüsse zu verwirklichen. Eine zweite Frage: Es gibt eine Gruppe von Menschen, die sich „Allgemeine Zionisten" pennen. Einer von ihnen sprach hier über die Notwendigkeit, eine besondere Arbeiterorganisation der Allgemeinen Ziojiisten zu gründen. £)r. Stupp hat anscheinend vergessen, was er vor i1/., Monaten auf der Konferenz in Krakau gesprochen hat. Dort hat er kein Wort über Benachteiligung der Allgemein-zionistischen Arbeiter gesprochen; er sagte bloß, daß diese Arbeiter einen besonderen Verband gründen wollten, um zu diskutieren und zusammen zu leben. Hier auf dem Kongreß aber spricht er plötzlich von Benachteiligung. Was hat sich in den sechs Wochen geändert? Es scheint, daß die Herren unter Minderwertigkeitsgefühlen leiden; sie können nicht begreifen, warum der Allgemein-zionistische Arbeiter nicht zusammen mit ihnen, den Allgemeinen Zionisten des Herrn Dr. Stupp, unter einem Dach wohnen kann. Die Allgemein-zionistischen Arbeiter können eben nicht gut mit Menschen auskommen, welche diese jüdischen Arbeiter jahrelang bekämpften (Beifall). Herr Dr. Stupp sollte das zugeben, wenn er konsequent ist. Aber dann müßte er ja zu seinen Freunden gehen