Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 399 (sequence 402)
- Language
- German, English, Hebrew
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Zisling, Weizmann, Emanueli 399 Qualen der Hölle in die Nachbarländer Afghanistan und Persien; da aber die Zahl der Flüchtlinge in der letzten Zeit immer größer wurde, begannen schwere Verfolgungen und Repressalien gegen sie. Die Flüchtlinge wurden aufgefordert, die Zufluchtsländer sofort zu verlasen; es' gab auch Fälle, wo einige Gruppen der Flüchtlinge von der persischen Regierung nach Rußland zurückgeschickt wurden. Auch die Lage in Afghanistan ist erschreckend und eine Rettungsaktion dringend notwendig. 4, Dank der Hilfe der Jewish Agency und ihrer Zertifikate sind nach Palästina bis heute 1800 Personen eingewandert. Alle Erwachsenen wurden sofort von der Histadruth in der Stadt und in den Kolonien untergebracht, aber 2200 Personen, d. h. 350 Familien, befinden sich noch in Persien und Afghanistan, aller Mittel entblößt, und flehen um Hilfe. Die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen sie dort leben, haben zu Krankheiten aller Art geführt, und es gab auch bereits viele Todesfälle. Wir haben alles getan, um den unglücklichen Brüdern zu helfen, nach Palästina zu gelangen, aber unsere begrenzten Mittel reichen nicht aus. 5. Wir wenden uns an den Zionistcnkongreß, der der Mittelpunkt der Juden der ganzen Welt ist, um Hilfe für unsere verfolgten Brüder. Unsere Forderungen sind: a) Sofort Zertifikate für die Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen und von der Palästina-Regierung zu verlangen, daß sie besondere Einwanderungsbewilligungen für die in Persien und Afghanistan wohnenden jüdischen Flüchtlinge erteilt, ohne Rücksicht auf Alter und Geldmittel oder darauf, ob sie Verwandte in Palästina haben. b) Für Einwanderungsmöglichkeiten für die in Buchara selbst wohnenden Juden zu sorgen. c) Wir wenden uns an die jüdische Oeffentlichkeit mit der Bitte, den Flüchtlingen in Afghanistan und Persien materielle Hilfe zu leisten. d) Der K.K.L. wird ersucht, Boden für die bucharischen landwirtschaftlichen Arbeiter zur Verfügung zu stellen, der K.H. soll für ihre Ansiedlung sorgen. e) Die Erziehungs- und Gesundheitsinstitjute werden ersucht, in besonderer Weise für die Besserung der Lage der bucharischen Einwanderer zu sorgen. Ben-Gurion hat in seinem Referat betont, daß der Zionismus die völlige Erlösung des ganzen jüdischen Volkes erstrebt. Der Zionismus ist kein Monopol irgend welcher jüdischer Gruppen, sondern muß auch für die Juden des Orients sorgen, soweit er in den betreffenden Ländern arbeiten darf, und die Wege finden, um unsere Brüder von dort zu retten. Die ganze Welt beneidet uns um unsere Einheit und Geschlossenheit. Leider existiert sie jedoch praktisch nicht. Alle Teile des jüdischen Volkes, gleichgültig ob sie aus Europa oder Asien stammen, dunkler oder heller Hautfarbe sind, sollen gleich behandelt werden und gemeinsam für das große Werk des Aufbaues des Landes arbeiten, das erst beendet ist, wenn alle Teile des Volkes erlöst sind.