Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 397 (sequence 400)
- Language
- German, English, Hebrew
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Badichi, Zisling 397 Jemeniten gegen ihren Willen. Als ich Herrn Grünbaum, den Leiter des Emigrations-Departements auf den Kongreßbeschluß aufmerksam machte und betonte, daß es so nicht weiter gehen könne, antwortete er mir: Ich will mir keine „Geschäfte" einbrocken. Vielleicht wollte Herr Grünbaum niemanden treffen, aber er scheint nicht zu wissen, daß eine solche Behandlung ruhige Menschen zu Terroristen machen kann. Es darf nicht geduldet werden, daß ein ehrlicher und stiller Mensch leiden soll, weil ihm Leute gegenüberstehen, die größere Terroristen sind als er. Ich verlange von dieser Tribüne, daß eine Untersuchungskommission eingesetzt werde, die die Frage der jemenitischen Einwanderung und der jemenitischen Ansiedlung in Eljaschiw prüfen soll. Gleichzeitig will ich im Namen der Partei der jemenitischen Arbeiter erklären, daß sie ebenso wie alle anderen Arbeiter sich keinesfalls mehr ihr Recht wird rauben lassen und alle Mittel anwenden wird, um ihr Recht als Partei, als untrennbarer Teil der Histadruth Uaowdim, des zionistischen Kongresses und des Gesamtzionismus zu \crteidigen. Das ist unser Recht und unsere Pflicht (Beifall links). J. ZISLING (Arb.y Erez Israel — spricht hebräisch): Wir stehen heute bereits am fünften Tage der Kongreßberatungen, und ich muß sagen, daß ich, der ich nicht zu den alten Kongreßteilnehmern gehöre, von einem drückenden Gefühl beherrscht bin. Ich habe den Eindruck, daß wir in diesen fünf Tagen nicht alle Energie auf produktive Arbeit, die uns den Weg zur Stärkung und zum Ausbau unseres Werkes in Palästina bahnen könnte, verwendet haben. Es gab Propheten von rechts und von links. Man prophezeite, daß die Epoche fder nationalen Arbeit, die Epoche der Fonds und des nationalen Kapitals vorbei sei. Man will glauben machen, daß die große Entwicklung noch bevorstehe, daß in Zukunft die Dinge von selbst gehen und daß Privatkapital und Massenalijah das Land aufbauen werden. Gerade heute aber, das wissen Sie;dle, in einer Zeit, da Massen von Juden aus Unterdrückung und fürchterlicher Not, für die es kein Beispiel in den letzten Generationen gibt* nach Palästina drängen, kommt mehr denn je der entscheidende Wert des nationalen Kapitals im Leben unserer Nation zum Ausdruck. Auch 'diejenigen, die uns bis jetzt bekämpft haben, müssen heute die Bedeutung des nationalen Kapitals einsehen. Sogar der „Bustenai" spricht von der Wichtigkeit einer Tätigkeit des nationalen Kapitals in der Nähe der Kolonien, gerade im Zusammenhange mit der Tätigkeit der Kreise, die während der letzten Alijah den Zersplitterungsprozeß zu fördern versuchten. Ich will mich hier nicht länger mit der Frage der Tätigkeit des nationalen Kapitals beschäftigen. Es scheint mir aber, daß es jetzt unsere wichtigste Aufgabe ist, die in Palästina vorhandenen wirtschaftlichen Kräfte in den Dienst der. nationalen Bedürfnisse einzuspannen. Man schätzt den Import des künftigen Jahres auf 20 Millionen Pfund. Wir stehen im nächsten Jahre vor einem riesenhaften Umsatz unserer Banken und vor gewaltigen Einlagen in ihnen. In der politischen Welt wird der Import nicht nur als wichtiger Faktor für die aktive oder passive Bilanz des Landes .angesehen, sondern. ist auch Gegenstand