Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 395 (sequence 398)
- Language
- German, English, Hebrew
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Levinsohn, Mossinson geht, andererseits — die Einwanderung von Individuen, wenn auch sie eine Masseneinwanderung ist, br der der Aufbau des individuellen Lebens dem Aufbau des Volkes drangeht. Und obwohl beide wichtig, beide notwendig sind, darf man feie nicht durcheinanderbringen; denn sie haben beide verschiedene Methoden und verschiedene Ziele. Wir haben ein nationales Kapital und wir haben Privatkapital, und beide sind schöpferisch, man darf aber die Grenzen zwischen diesen beiden Arten von Kapital nicht verwischen. Ja noch mehr: bei uns wird das gefährliche Streben deutlich erkennbar, die Grenzen zwischen Keren Kayemetb und Keren Hajessod zu verwischen, und das droht, beide Fonds zu gefährden. Man hat hier viel davon gesprochen, daß man zwischen Keren Hajessod und dem Joint in Amerika unterscheiden muß. Ich kenne die Lage in Amerika nicht, ich weiß nur eines, daß wir den Keren Hajessod mit dem jüdischen Volk und der Zionistischen Organisation vereinigen müssen. Es ist ein unmöglicher Zustand, daß sich in der Zionistischen Organisation eine Partei befindet, die offen oder geheim den nationalen Fonds boykottiert. Der Keren Hajessod bedarf einer Erweiterung, vor allem hinsichtlich des Subjekts, dann aber auch bezüglich seines Objekts. Er kann sich jedoch nicht erweitern, wenn wir ihm nicht große Parolen und den Plan einer breiten Kolonisation hieben, wie den Plan von Hule, wenn wir ihm nicht Dinge geben,x die imstande sind, den Geist des jüdischen Volkes zu stärken und seine Seele zu entflammen. Und noch etwas von Individuum und Gesamtheit auf einem anderen Gebiet, auf dem Gebiet der Religion, Auch hier darf man die Grenzen zwischen Gesamtheit und Individuum nicht verwischen. Die Gesamtheit erkennt die religiösen Grundlagen als Vorbedingung des Aufbaues des Landes an, das Individuum meutert mitunter. Die Arbeitsbewegung erkennt diese Grundlagen an, sie hat dieser Erkenntnis Ausdruck verliehen, und nicht umsonst wur^n die beiden Begriffe Religion und Arbeit im Munde des Schöpfers der „Religion der Arbeit", A. D. Gordon, miteinander verbunden. Nach unseren Ansichten ist die Arbeitsbewegung in ihrem Geiste religiös, und die offizielle Religion und die sozialistische Religiosität führen eine gemeinsame Sprache. Aber der Weg geht nicht über Sanktionen. Die Beobachtung des Schabbath ist heilig, aber die Beobachtung der Beobachtung des Schabbath ist nicht heilig. Gewissenszwang führt nicht dazu, daß sich das Volk der Religion nähert, sondern dazu, daß es sich von ihr entfernt. Schließlich verlangen wir mit allem Nachdruck, Aaß dieser Kongreß noch eine Sünde aus der Welt schaffe, die achtzehn vorangegangene Kongresse gegen die hebräische Sprache, die hebräische Kultur und Erziehung begangen haben (Beifall links). Wir fordern, daß dies der letzte Kongreß sei, der die geistigen Werte mißachtet, und der erste Kongreß, der unserer Kultur die gebührende Ehre gibt, um unsere geistigen Kräfte in der Golah und in Erez Israel zu steigern (Beifall). Schluß der Sitzung: 24 Uhr j; Min. nachts.